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Bauplatz gesucht : Worauf man bei der Auswahl des Grundstücks achten sollte

Bevor das Eigenheim errichtet werden kann, müssen Bauherren erstmal ein geeignetes Grundstück finden. Bild: dpa

Wer ein Haus bauen will, braucht zuerst ein Gründstück. Ein Blick in den Bebauungsplan und ein Bodengutachter lohnen sich, denn beim Kauf gibt es viele Fallstricke.

          Die Familie ist gegründet, die Dreizimmerwohnung in der Stadt wird zu viert langsam eng. Was Eigenes wäre schön, denkt man sich, ein frei stehendes Haus mit Garten, gestaltet nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen. Doch wer ein Eigenheim bauen will, braucht zuerst ein geeignetes Grundstück. Bei der Auswahl des idealen Terrains gibt es einiges zu beachten.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zuerst muss sich die Familie über die Lage einig werden. Möchte man auf dem Land, im Speckgürtel einer Stadt oder in der Metropole wohnen – und lässt das Budget das zu? Wie gut ist der öffentliche Nahverkehr ausgebaut, befinden sich Supermärkte, der Arbeitsplatz und Schulen in der Nähe, sind die Nachbarn nett? Hier sollten Bauherren in die Zukunft denken: Die Kita nebenan ist mit Kleinkindern praktisch, wird man älter, kann der Lärm stören.

          Um fündig zu werden, können Interessenten regionale Zeitungen und einschlägige Internetportale nach Anzeigen durchforsten oder selbst eine Suchannonce aufgeben. Nicht nur Privatleute und Makler bieten Grundstücke an, es lohnt sich zudem, das Bauamt der Stadt und Kommune oder Kirchengemeinden nach einem Bauplatz zu fragen. Gerade in ländlichen Regionen kommen Gemeinden Einheimischen und jungen Familien oft mit günstigen Angeboten entgegen. Damit man nicht mehr zahlt als das Grundstück wert ist, sollte man einen Fachmann mit einem Gutachten zur Verkehrswertermittlung beauftragen.

          Vor dem Kauf Bodengutachten erstellen lassen

          Neben guter Lage und angemessenem Preis sind weitere Kriterien entscheidend, zum Beispiel, ob der Bebauungsplan das geplante Traumhaus in Größe, Form und Typ überhaupt zulässt. Ihn sollte man vor dem Kauf bei der Kommune einsehen. Aus dem Bebauungsplan geht hervor, wie ein Grundstück bebaut werden und wie viel Fläche das Haus darauf einnehmen darf, wie viele Stockwerke es höchstens haben soll und welche Dachform und -neigung vorgegeben ist. Es gilt zu klären, ob das Grundstück schon erschlossen ist, also Anschlüsse für Gas, Wasser, Strom und Kommunikation vorhanden sind, und ob es noch groß genug für das Bauprojekt ist, wenn die vorgeschriebenen Abstandsflächen zum Nachbarn berücksichtigt sind.

          Es ist zudem wichtig zu wissen, ob das Bauland mit Grunddienstbarkeiten wie Wege-, Fahr- und Leitungsrechten belastet ist, die seinen Wert mindern. So kann der Nachbar berechtigt sein, das Grundstück zu betreten, weil er nur so in seinen Garten gelangt. Bauherren können sich darüber im Baulastenverzeichnis und Grundbuch informieren.

          Ein unabhängiger Bodengutachter sollte die Beschaffenheit von Grund und Boden vorm Abschluss des Kaufvertrages gründlich untersuchen, denn es lauern weitere Fallstricke. Befindet sich das Bauland etwa in einem Gebiet, das von Hochwasser beziehungsweise steigendem oder fallendem Grundwasser betroffen ist, muss der Käufer beim Neubau mit aufwendigerer Planung und höheren Baukosten rechnen, etwa für einen Keller aus wasserundurchlässigem Beton und abgedichtete Kellerfenster und -türen. Außerdem kann der Grund mit Altlasten wie Chemikalien, Giften oder Blindgängern belastet sein. Nach dem Kauf ist der neue Eigentümer für die Entsorgung verantwortlich und muss die hohen Sanierungskosten tragen. Wurde auf dem Gelände früher eine Mülldeponie betrieben, stand hier eine Lackfabrik oder Tankstelle, ist vom Kauf eher abzuraten.

          Hilfreich ist auch ein Blick in die Planungsunterlagen der zuständigen Behörde. So können angehende Grundstückskäufer klären, ob nahe ihrem Terrain Baumaßnahmen geplant sind, die für Anwohner kostenpflichtig sind, wie eine Straßenerneuerung. Zudem lässt sich herausfinden, ob die schöne Aussicht ins Grüne erhalten bleibt oder ob sie schon bald mit weiteren Häusern zugebaut wird oder in ein paar Jahren eine Bundesstraße entsteht.

          In Deutschland dürfen Grundstücke nur über einen Notar ge- und verkauft werden. Er nimmt Einsicht ins Grundbuch, warnt vor möglichen Risiken des Kaufvertrages und beurkundet alle Absprachen zum Grundstückskauf amtlich. Vor der Unterschrift lohnt es sich, den Kaufvertrag von einem Anwalt für Immobilienrecht prüfen zu lassen.

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