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Architektin im Polizeidienst : „Beengt zu wohnen erzeugt Aggression“

Polizeieinsatz im Frankfurter Bahnhofsviertel: Wenn offen mit Drogen gedealt wird, fühlen sich viele Bürger in ihrer eigenen Stadt nicht mehr sicher. Bild: Helmut Fricke

Geht es auf den Straßen unsicherer zu, oder bilden wir uns das nur ein? Ingrid Hermannsdörfer ist als Architektin im Dienst der Berliner Polizei. Sie erklärt, warum herumliegender Müll Kriminalität begünstigt und es im städtischen Miteinander an Empathie fehlt.

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          Kann man durch Architektur und Stadtplanung kriminelles Verhalten verhindern?

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was man verhindern kann, sind räumliche Strukturen, die Tatgelegenheiten schaffen und Täter begünstigen. Kriminelles Verhalten an sich verhindert man damit nicht, das muss auf sozialer Ebene angegangen werden.

          Viele Menschen haben den Eindruck, dass die Städte gefährlicher geworden sind. Ist das tatsächlich der Fall, oder hat nur das Unsicherheitsgefühl der Menschen im öffentlichen Raum zugenommen?

          Abgesehen davon, dass tatsächlich neue Bedrohungen – zum Beispiel die Gefahr terroristischer Anschläge – dazugekommen sind, verschlechtert sich in vielen Städten vor allem das Sicherheitsgefühl. Wenn der Eindruck entsteht, der öffentliche Raum sei nicht unter Kontrolle, weil die Verwahrlosung durch Müll, Sperrmüll, Sachbeschädigungen, Drogenkonsum und dergleichen um sich greift, führt das dazu, dass Menschen bestimmte Orte meiden oder sich nur mit großem Unbehagen dort aufhalten. Dass unsere Städte tatsächlich gefährlicher geworden sind, bildet sich in unserer Kriminalitätsstatistik nicht ab, das heißt, die objektive Sicherheit ist im Allgemeinen besser als die subjektive.

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