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Aufstocken mit Holzbauteilen : Ganz oben angekommen

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Neu in der Gleditschstraße: Die oberste Etage dieses Hauses in Berlin-Schöneberg ist in Holztafelbauweise entstanden. Bild: Foto Binovabau

Wo kann man in der Stadt noch günstig bauen? Auf dem Dach zum Beispiel und mit Fertigteilen aus Holz.

          Auf deutschen Dächern geht noch was. Mögen die Grundstücke für den derzeit dringend benötigten Wohnungsbau auch knapp sein, vielerorts bietet die Dachlandschaft der Städte noch ein gewaltiges Reservoir an Bauland oder besser: Aufbauland. Laut einer Berechnung des Prestel-Instituts und der Technischen Universität Darmstadt könnten in deutschen Ballungszentren mehr als 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen entstehen, wenn man denn nur auf den Bestand baute. Das geschieht schon. Allerdings in noch vergleichsweise kleinem Umfang. Zudem ist der Aufwand für diese Wohnungen oft erheblich, was sie entsprechend teuer macht.

          Doch es geht auch anders, in Holzfertigbauweise, jüngst zu besichtigen im Berliner Stadtteil Schöneberg, auf einem Gebäuderiegel aus den späten fünfziger Jahren, wo wir im Laufe einiger Wochen immer mal wieder auf der Baustelle vorbeigeschaut haben.

          Das Haus auf dem Laster

          An einem Mittwoch im Juni rollt in der Gleditschstraße 51 eine Wohnung heran: viereinhalb Zimmer, verteilt auf fünf bis sechs Lastwagen. Noch ist die insgesamt 122 Quadratmeter große Einheit in Einzelteile zerlegt. Die Außen- und Innenwände stehen fein sortiert auf einem Tieflader. Im Werk des Herstellers Bien-Zenker bei Frankfurt haben die Fertigbauer bereits Fenster und Türen in die hölzernen Rahmenteile eingebaut. Jetzt kommen die Elemente nach und nach auf die Baustelle, einem exakten Zeitplan folgend, erst dann, wenn sie verbaut werden. Ein Kran hievt die Wände in etwa achtzehn oder zwanzig Meter Höhe aufs Dach der langgestreckten Häuserzeile, über deren gesamte Länge nun ein komplett neues Geschoss entsteht: Wand für Wand, Platte für Platte, Wohnung für Wohnung. Insgesamt wird die künftige sechste Etage vierzehn Wohnungen zählen - und das über die Distanz von immerhin acht Hauseingängen hinweg.

          Im März haben die Arbeiten begonnen. Da roch es dann immer nach frischem Holz auf dem Bürgersteig, wenn der Kran gerade wieder einmal eines der Bauteile am Haken hatte. Doch damit ist es nun fast schon wieder vorbei. Mittlerweile sind selbst im letzten Bauabschnitt alle Rahmenteile angeliefert und dort angedockt, wo sie auf dem Dach hingehören. Das Tempo beeindruckt selbst den Planer vor Ort. „Schon nach vierzehn Tagen ist die Gebäudehülle bei dieser Bauweise dicht“, sagt der Architekt Jan Wewelsiep. Dann könnten die Arbeiter mit dem Innenausbau beginnen. Wewelsiep beaufsichtigt für den Eigentümer, die private Wohnungsgesellschaft Industria, die Sanierung der bestehenden Gebäude und hat auf dem Dach die zusätzlichen vierzehn Wohnungen geplant.

          Die fünf nun mehr als fünfzig Jahre alten Wohnhäuser bekommen neue Fenster und Balkone, die Fassaden werden gemacht, auf der Hofseite Fahrstühle angebaut. Derweil laufen die Arbeiten am Neubau auf dem Altbau gestaffelt ab: Die Holzbauer haben immer zwei Wohnungen zugleich zusammengesteckt, das hieß zwei Wochen lang Kranarbeiten, zwei Wochen schrauben. Dann wanderte der Kran zur Rohmontage der nächsten Wohnungen weiter.

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