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Aufstocken mit Holzbauteilen : Ganz oben angekommen

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Zunächst mussten die Rahmenteile aber im Werk hergestellt werden. Es sind Module aus der Produktpalette Bien-Zenkers. Architekt Wewelsiep in Berlin und das Planungsteam im Fertigteilwerk haben gemeinsam die Wohnungsgrundrisse gezeichnet und die entsprechenden Holzrahmen in Auftrag gegeben. Bis sie fertig waren, vergingen etwa drei Monate. In dieser Zeit liefen am Standort Berlin-Schöneberg bereits die Bauvorbereitungen. Als Erstes wurden dort die Dächer der Altbauten abgetragen und die Treppenhäuser weiter aufgemauert. Einen Treppenaufgang aus Holz lässt die Brandschutzordnung in einem Mehrfamilienhaus nicht zu. Es ist die einzige Stelle, an der Mauersteine zum Einsatz kamen. Der Rest der neuen Wohnungen entsteht in reiner Holzständerbauweise.

Tür, Fenster und Dämmstoff inklusive: So werden die Elemente verbaut.

Als Nächstes folgte eine „lastverteilende Decke“, ebenfalls per Kran hinaufbefördert und dort horizontal verankert. Die auf Maß gefertigte Holzbalkenkonstruktion dient gewissermaßen als Bodenplatte für alle folgenden Rahmenelemente, die der Reihe nach eingesteckt wurden: die Wand der Küche, die Außenwand mit der Schiebetür zur Loggia, die Wohnzimmerdecke und so fort. Alle Elemente sind dünn, bergen aber eine hochwirksame Isolierung aus Dämmwolle und Luftschichten. Nachdem sämtliche Teile fest miteinander verbunden waren, erhielten sie einen Außenputz. Auf das Flachdach verlegten die Arbeiter spezielle Bahnen aus Kunststoff, darüber zum Schluss eine Schicht Pflanzerde und Kies mitsamt einer Begrünung.

Jetzt sprießt der erste Mauerpfeffer auf einem der Dächer. Seine fleischigen Blätter lugen zwischen den braunen Steinchen hervor. Man sieht sie von einer der Dachterrassen aus, über die einige der neuen Wohnungen verfügen. Ab August wird die erste von ihnen, 115 Quadratmeter plus 25 Quadratmeter Dachfläche, bereitstehen. Bis zum Winter sollen dann alle neuen Einheiten bezugsfertig sein. Bisher lag die reine Bauzeit je Wohnung bei nur zwölf Wochen. „Ganz nach Plan“, lobt Architekt Wewelsiep. Er ist gelernter Zimmermann, Holz setzt er regelmäßig als Baustoff in neuen oder umgestalteten Häusern ein. Hier aber hatte er das erste Mal mit der Fertigbauweise und einem Modulsystem zu tun und sagt nun, er sei von Qualität und Tempo dieser Bauart angenehm überrascht.

Steht man mit ihm auf der Baustelle hoch über der Straße, sieht man in der Umgebung viele Flachdächer von Nachkriegsbauten, alle in für die damalige Zeit typischer Riegelbauweise errichtet und mit vier, fünf Geschossen nicht besonders hoch. Gerade in dieser Gegend der westlichen Berliner Innenstadt ist dieser Gebäudetyp stark vertreten - wie in vielen anderen Städten auch. Ihn hatten die Studienverfasser des Prestel Instituts und der TU Darmstadt im Blick, als sie die möglichen Aufbaumöglichkeiten untersuchten, die die Dachlandschaft bietet.

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