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Wochnungssuche : Augen auf bei der Besichtigung

Ideal ist ein Besichtigungs-Termin am späten Nachmittag unter der Woche oder samstags. Bild: argum / Falk Heller

Eine Wohnung zu finden ist auf dem hart umkämpften Mietmarkt schwer. Doch sollte man die neue Bleibe dennoch lieber genau unter die Lupe nehmen, statt voreilig zu unterschreiben.

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          Eine Wohnung zu suchen, raubt manchmal den letzten Nerv - und das nicht nur in der Großstadt. Hat man endlich eine Bleibe in guter Lage und zu erträglichem Preis gefunden, will man nicht pingelig sein – und schaut vielleicht nicht so genau in die ein oder andere Ecke. Doch das kann sich rächen. Wer eine neue Wohnung mietet, für den gilt die Regel: Angemietet wie gesehen. Weist das Quartier offensichtliche Mängel auf, lassen sie sich nach dem Einzug nicht mehr monieren.

          Anne-Christin Sievers
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Bevor man den Mietvertrag unterschreibt, sollte man die Wohnung daher genau unter die Lupe nehmen. Wer sich auf die Besichtigung vorbereitet, vermeidet böse Überraschungen. Das beginnt mit dem Zeitpunkt. Interessierte sollten auf einer Einzelbesichtigung bestehen und einen Termin tagsüber wählen, um Umgebung und Wohnung bei Tageslicht zu begutachten. Außerdem sieht man gleich, wie viel natürliches Licht in die Wohnung fällt.

          Ideal ist ein Termin am späten Nachmittag unter der Woche oder samstags, da dann der Lärmpegel durch spielende Kinder, Hausarbeit und den Verkehr am höchsten ist. Sonntags ist es immer ruhiger. Ein Besuch am Abend empfiehlt sich, um herauszufinden, wie laut Restaurants oder Kneipen in der Nachbarschaft sind.

          Bei der Wohnungsbesichtigung sollten zukünftige Bewohner auf feuchte Stellen, Wasserflecken und Schimmel an den Wänden und Decken achten. Ebenso sollten sie ausprobieren, ob die sanitären Anlagen funktionieren und ruhig die Wasserhähne und Toilettenspülung betätigen. Wichtig ist zudem, Fenster und Türen zu überprüfen. Sie müssen sich einwandfrei öffnen und schließen lassen. Sind die Fenster alt, ist die Dämmung meist schlecht und es entweicht mehr Wärme. Alte Heizanlagen haben eine geringere Energieeffizienz. Mieter müssen sich dann auf höhere Heizkosten einstellen. Kalkuliert der Vermieter die Nebenkosten sehr gering, sind hohe Nachzahlungen zu erwarten. Mieter sollten sich daher die Verbrauchswerte der Vormieter und den Energieausweis zeigen lassen.

          Vier Augen sehen mehr als zwei

          Ein weiterer Punkt ist der Stauraum: Ist genügend vorhanden? Gibt es eine Abstellkammer oder Platz im Flur für Schränke und Garderoben? Steht ein Keller oder Dachboden zur Verfügung, sollte dieser ausreichend groß und vor allem trocken sein.

          Schon bei der Besichtigung muss man überlegen: Entspricht der Schnitt den Bedürfnissen? Finden die Möbel Platz? Mieter sollten gleich nachmessen, vor allem bei Dachschrägen. Zudem sollte der Interessent klären, wo sich Trockner, Spül- und Waschmaschine anschließen lassen. Bei alten Stromkabeln ist darauf zu achten, ob in jedem Zimmer genügend Steckdosen vorhanden sind, sonst braucht man viele Verlängerungskabel, das kann im Alltag lästig sein.

          Vier Augen sehen mehr als zwei. Deshalb empfiehlt es sich, einen Freund oder Bekannten mitzunehmen. Kommt es zu einem Rechtsstreit, kann dieser als Zeuge dienen. Während des Termins sollten die Interessenten Vermieter, Makler oder den Vormieter selbst fragen, warum er ausgezogen ist. Das gibt Hinweise auf mögliche Haken. Etwas unterschreiben oder mündliche Vereinbarungen treffen sollten sie aber nicht. Hat der Besucher bei der Besichtigung Mängel entdeckt, sollte er diese thematisieren und dokumentieren, durch Fotos oder Zeugenaussagen. Mit einem Übergabeprotokoll vor Abschluss des Mietvertrags, das der Vermieter unterschreibt, lassen sich Mängel erfassen und Reparaturen bis zum Einzug vereinbaren.

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