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Ungewöhnliche Architektur : Ganz schön gaga!

Ungewöhnlicher Städtebau polarisiert

Es war doch ohnehin schon alles einmal da. Warum sich dann nicht bei bekannten Elementen bedienen, diese zitieren und so in einem neuen Kontext Sinnzusammenhänge durch Bekanntes für die Bewohner herstellen? Die Piazza d’Italia in New Orleans ist wohl das bekannteste Beispiel dafür. Deren munter komponierte Fassadenstücke und Elemente sind eine Reminiszenz an den römischen Trevibrunnen – und eine Hommage an die italienische Emigrantengemeinde der Stadt.

Kunsthofpassage in Dresden: Für die einen ein Graus, für die anderen ein Highlight.

Venturi ist heute vor allem für den Buchklassiker „Learning from Las Vegas“ bekannt, den er 1972 zusammen mit seiner Frau Denise Scott Brown, ebenfalls Architektin, herausbrachte. Auch diese Stadt polarisiert bekanntermaßen. Aber zumindest im Kleinen, kann man die Las Vegas’sche Ästhetik durchaus liebgewinnen. Was wären Landstraßen und Autobahnen ohne die „What you see is what you get“-Gebilde, die keinen Zweifel daran lassen, was einen dort erwartet? In der riesigen Erdbeere gibt es Erdbeeren, im Spargelkörbchen Spargel und in der Bude im Hot-Dog-Format gibt es, ganz selbstverständlich, die Wurst für den kurzen Imbiss. Eine Disziplin, in der die Amerikaner sicher die unangefochtenen Helden sind. Wer auf der Reise durch den Bundesstaat Idaho ein Bed and Breakfast sucht, könnte im Dog Bark Park Inn vorbeischauen, einem neun Meter hohen Beagle. Natürlich eine Herberge für Hundeliebhaber. Auf der Übernachtungsplattform Airbnb äußern sich seitenweise begeisterte Gäste über die außergewöhnliche Ferienunterkunft.

Häuser mit Spaßfaktor

Vielleicht funktioniert schrullige oder skurrile Architektur immer dann, wenn sie entweder Kunst oder eben Kommerz ist. Im Dazwischen, aus dem Privaten, gibt es wenig Beispiele. In der kommerziellen Sphäre gilt ein ungezwungenes Verhältnis zu Äußerlichkeiten als hilfreich, und die Kunst will probieren und provozieren. Die Debatte darüber, ob unseren Städten der Spaßfaktor fehlt, ist in jedem Fall gut. Helmut Reise findet: „Wenn das Rizzi House niemand mehr wahrnimmt, sich niemand mehr daran reibt, dann können wir es auch abreißen.“

Viele Braunschweiger hätten mittlerweile wohl was dagegen. Kinder lieben die knallige Fassade im Comicstil, und bei frisch verheirateten Pärchen gehört das dreidimensionale Herzfenster zu den beliebtesten Kulissen für die Hochzeitsfotos. Was Rizzi künstlerisch oft negativ angelastet wurde, die kindliche Naivität seiner Bilder, wird im Stadtraum zum positiven Stimmungsaufheller. In der Kommentarspalte eines Artikels zum niederländischen Emoji-Haus warf ein Leser eine interessante Frage auf: Was würden wohl zukünftige Archäologen denken, wenn sie die verrückten Fassaden irgendwann freilegen? Emojis und blinzelnde Comicgesichter als Hieroglyphen der Zukunft? Auf jeden Fall gäbe es weit mehr zu entdecken als bei quadratischen, weißen Bauwürfeln.

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