https://www.faz.net/-gz7-110z8

Nürburgring : Ein Großprojekt namens Grüne Hölle

  • Aktualisiert am

Noch gibt es Eifeldorf „Grüne Hölle” nur als Modell in 3-D-Perspektive, doch die Arbeiten haben schon begonnen Bild: dpa

Die bekannteste Rennstrecke der Welt soll bis Mitte kommenden Jahres in ein Paradies für Kurzurlauber verwandelt werden. Damit sollen noch mehr Menschen aus einem Einzugsgebiet mit 28 Millionen Menschen in die Eifel gelockt werden.

          Ist es wirklich sinnvoll - abseits der großen Verkehrsadern ein gigantisches Bauprojekt zu verwirklichen? Diese Frage werden sich in der zwanziger Jahren auch die Bauherren des Nürburgrings gestellt haben. Es war sinnvoll. Der Nürburgring hat sich vom Beginn an zu einer der bekanntesten und beliebtesten Rennstrecken der Welt entwickelt.

          Mehr als 2 Millionen Menschen pilgern Jahr für Jahr in die Eifel, um eines der 100 Rennen und 200 Großveranstaltungen zu erleben: vom Grand Prix der Formel eins über Rock am Ring bis zu Oldtimerrennen, Fahrertrainings und Touristenfahrten.

          Jetzt soll der Nürburgring aufgerüstet werden, wie die Baukräne zeigen. Der Hauptgesellschafter, das Land Rheinland-Pfalz, will den Nürburgring in ein ganzjähriges Freizeit- und Geschäftszentrum verwandeln - die größte Investition seit der Errichtung der Nordschleife 1927 und der Ergänzung durch die Grand-Prix-Strecke 1984.

          Normalerweise braucht es Autorennen, um  Menschenmassen an den Nürburgring zu locken - das soll sich ändern

          28 Millionen Menschen in der Nähe

          „Innerhalb von zwei Autostunden werden 28 Millionen Menschen angesprochen“, sagte Walter Kafitz, Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH, in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Das Problem: Für den Löwenanteil der Besucher gab es bisher keine gemeinsamen Übernachtungsmöglichkeiten oder überdachte Aufenthaltsräume. Zudem fehlten Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten.

          Ein Masterplan mit einem Dutzend ehrgeiziger Bauvorhaben für 215 Millionen Euro soll das ändern. Zurzeit sind 45 Unternehmen auf der Baustelle tätig. Bis zum Sommer kommenden Jahres sollen die großen Vorhaben fertig sein. So baut Geisler & Trimmel als Generalcontractor ein Motorsport & Congress Hotel mit Spielcasino, Konferenzräumen und 154 Zimmern, die von der Lindner Hotel AG betrieben werden - ein Hubschrauberlandeplatz soll auch nicht fehlen.

          Service für 100 Ferienhäuser

          Lindner übernimmt auch den Service für 100 Ferienhäuser in einer „Motorsport Village“. Daneben entsteht das Eifeldorf „Grüne Hölle“, ein ETIX-Hotel mit Bar und Discothek, Brauhaus, Steakhaus, Kinderspielhaus und Kneipen. Als eine der Attraktionen gilt auch ein überdachter Ring-Boulevard als zentrale Achse des Nürburgrings. Hier sind Präsentationen führender Autohersteller und Zubehörspezialisten vorgesehen sowie eine Arena und das Warstein Event-Center für Publikums- und Firmenveranstaltungen, Messen und Tagungen.

          Daneben entsteht ein Indoor-Themenpark, ein 4D-Filmtheater, eine Ring-Akademie für die Wissensvermittlung, ein Test-Center für die handlungsorientierte Darstellung technischer Phänomene und ein Ring-Racer, eine der schnellsten Achterbahnen der Welt, die in 2,5 Sekunden von 0 auf 217 Stundenkilometer beschleunigt und parallel zur Start- und Ziellinie des Nürburgrings in Betrieb genommen werden soll. Auch hat der britische Sportwagenhersteller Austin Martin am Nürburgring ein Testcenter eingerichtet und will echte Rennsporterlebnisse bieten.

          Das Konzept für die meistbesuchte Rennstrecke der Welt zielt auch auf Familien, die von den Wäldern, Seen und den Vulkanen der Eifel angezogen werden. Neben dem Motorsport und den anderen Großveranstaltungen und Kongressen sollen durch Vernetzung mit den örtlichen Hotels, Pensionen und Freizeitparks in der Region Ausflüge mit Mountainbikes, Quad-Fahrten, Nordic-Walking oder auch das Golfspiel angeboten werden. Der Kurzurlaub am Nürburgring soll „die Attraktion“ in Deutschland werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vorwürfe im Vorwahlkampf : Trumps zwielichtiges Telefonat

          Donald Trump soll den ukrainischen Präsidenten aufgefordert haben, Ermittlungen gegen den Sohn seines möglichen Konkurrenten Joe Biden anzuschieben. Ging es auch um die Erpressung mit amerikanischen Finanzhilfen?
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.