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Investieren in Immobilien : Gute Zeiten für Antizykliker

  • Aktualisiert am

Auf dem Immobilienmarkt in Madrid steigen die Renditen wieder: Platz Puerta de Alcale in der spanischen Hauptstadt Bild: picture-alliance/ dpa

Die Deka-Bank hat ihre Prognose für die europäischen Immobilienmärkte aktualisiert. Die Korrektur sei weitgehend vorüber, heißt es in dem Bericht. Für Investoren bestehe dennoch kein Grund zur Eile.

          Auf den europäischen Immobilienmärkten hat sich das Zeitfenster für antizyklische Investitionen inzwischen geöffnet. Diese Einschätzung vertreten die Immobilienstrategen der Deka-Bank in ihrem jüngsten „Prognose-Update“. Der Großteil der Marktkorrektur sei mittlerweile vorüber. Gleichzeitig müssten potentielle Investoren aber auch nichts überstürzen. „Der Korridor für spätere Kapitalwertgewinne aus antizyklischen Investitionen in der Rezessionsphase reicht bis ins Jahr 2011, so dass übereilte Ankaufsentscheidungen nicht notwendig erscheinen.“

          Im laufenden Jahr dürfte die Bürospitzenrendite im europäischen Durchschnitt nach ihren Erwartungen zwar noch einmal von 5,9 Prozent im ersten Quartal auf 6,4 Prozent ansteigen. In den Folgejahren erwarten sie jedoch ein kontinuierliches Abschmelzen bis auf 5,8 Prozent im Jahr 2013. Die deutschen Büromärkte hielten sich nach der Marktübersicht der Deka-Bank bisher mit einer durchschnittlichen Spitzenrendite von 5,5 Prozent vergleichsweise stabil. Ende 2007 lag sie bei 4,9 Prozent.

          Steigende Renditen

          In der Londoner City sprang die Spitzenrendite im gleichen Zeitraum von 5,3 auf 7 Prozent, in Paris von 4,0 auf 6,2 Prozent und in Madrid von 4,1 auf 5,9 Prozent. Dieses starke Überschießen sollte im laufenden Jahr nach Einschätzung der Deka-Immobilienstrategen ihren Höhepunkt erreichen, während an den weniger volatilen deutschen Standorten die Aufwärtsbewegung der Renditen noch bis in das nächste Jahr hinein andauern dürfte.

          Vor diesem Hintergrund erwarten sie bis Ende 2013 die stärksten Gewinne für die zyklischen Märkte London, Paris, Barcelona und Madrid. Skeptisch betrachtet werden vor allem die Aussichten für die skandinavischen Märkte.

          Vorsicht in den Vereinigten Staaten

          Vorsicht halten die Deka-Immobilienexperten gegenüber dem amerikanischen Gewerbeimmobilienmarkt für angebracht. Dort sehen sie die Bodenbildung im Gegensatz zu Europa erst zeitverzögert einsetzen. Der für die dortigen Büromärkte bedeutsame Markt der verbrieften Kredite (Corporate Mortgage Backed Securities, CMBS) stelle eine Gefahr dar. Wegen auslaufender Finanzierungen in diesem und im nächsten Jahr könne es zu stärkeren Verwerfungen kommen.

          Innerhalb des asiatisch-pazifischen Raums drohe durch anstehende Refinanzierungen nur in Japan größeres Ungemach. Trotzdem fällt der Ausblick der Strategen für die gesamte Region gedämpft aus. „Notverkäufe, die andauernd erschwerten Finanzierungsbedingungen und der schwache Mietausblick dürften im laufenden Jahr zu weiteren Renditeanstiegen führen“, heißt es im „Prognose-Update“.

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