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Immobilienstandort Stuttgart : Wirtschaftsstark, stabil, schwäbisch

  • -Aktualisiert am

Stuttgart 21: Die erleuchteten Gebäude sollen entstehen, wenn die Gleisanlage des Hauptbahnhofs (vorn) unter die Erde gelegt wird. Bild: dpa

Der Markt für Büroimmobilien in Stuttgart glänzt in der Krise durch Stabilität. Die Rückgänge im Vermietungs- und Investmentgeschäft fallen moderat aus. Das Vorzeigeprojekt wird Stuttgart 21.

          In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird Beständigkeit offenbar geschätzt. An den Immobilienmärkten gibt es kaum Ausschläge nach unten oder oben. Bei den ortsansässigen Unternehmen handelt es sich überwiegend um familiengeführte Mittelständler beziehungsweise Weltunternehmen wie Stihl, Trumpf und Bosch, die nicht in Quartalsberichtszeiträumen, sondern in Generationen denken. Selbst im Rathaus sitzt mit Wolfgang Schuster erst der dritte Nachkriegs-Oberbürgermeister. Abgewählt wurde keiner seiner Vorgänger - und alle drei kamen mit dem CDU-Parteibuch ins Amt.

          Vor diesem Hintergrund kommen einige Ereignisse aus jüngster Zeit durchaus einem Erdbeben gleich. Die Turbulenzen um Daimler - Chrysler gekauft, Chrysler verkauft - sind noch nicht verdaut, da verhebt sich Wendelin Wiedeking als der König von Zuffenhausen bei dem Versuch, auch Kaiser von Wolfsburg zu werden. Bei den Gemeinderatswahlen im Juni stießen die Grünen - knapp zwar, aber immerhin - die CDU erstmals als stärkste Fraktion vom Thron. Das sollte Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Stadt haben.

          Wirtschaftsstark und stabil

          Stuttgart gehört zu den wirtschaftsstärksten und stabilsten Märkten. Dies beschert der Stadt traditionell zu Krisenzeiten größere Beachtung. So konnten die Wirtschaftsförderer von Stadt und Region jüngst 440 Teilnehmer beim zweiten Immobiliendialog Region Stuttgart im Rathaus begrüßen. Viele davon waren aus ganz Deutschland, einige aus dem angrenzenden Ausland angereist.

          Nach der Tieferlegung soll der Stuttgarter Hauptbahnhof Lichtfenster bekommen.

          Im ersten Halbjahr büßte Stuttgart beim Vermietungs- und Transaktionsvolumen weniger ein als die meisten anderen deutschen Metropolregionen. 84.000 Quadratmeter wurden nach der Beobachtung von Ulrich Nestel, Leiter Bürovermietung von Ellwanger & Geiger, vermietet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist das zwar ein Minus von rund 16 Prozent. 2008 war aber für den Stuttgarter Büromarkt ein sehr gutes Jahr. Gegen den Trend legte der Flächenumsatz auf 180.000 Quadratmeter zu. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Thomas Zaiser, Partner Bürovermietung bei Bräutigam & Krämer, mit rund 160.000 Quadratmetern.

          Wenig neue Flächen auf dem Markt

          Der Leerstand sollte mit 460.000 Quadratmetern, das entspricht einer Quote von 6,2 Prozent, stabil bleiben. Dieses Jahr kommen laut Zaiser nur 27.350 Quadratmeter Bürofläche neu auf den Markt, 87 Prozent davon sind vorvermietet. Im kommenden Jahr dürfte das Fertigstellungsvolumen 38.100 Quadratmeter betragen. „Von einer kleinen Insel der vergleichsweise Seligen im Strom der globalen Krise“, spricht daher Sandro Camilli, Niederlassungsleiter von Jones Lang LaSalle in Stuttgart.

          Das dürften allerdings nicht alle Marktakteure so sehen. Einigen Projektentwicklern macht die Spitzenmiete zu schaffen, die unverändert bei dürftigen 18 Euro pro Quadratmeter liegt. Seit Jahren gibt es hier kaum eine Veränderung. Nur 2001 kletterte der Wert kurzfristig auf das Allzeithoch von 20 Euro. Doch im jüngsten Aufschwung wurden von Entwicklern einige Grundstücke erworben, die zu 18 Euro nicht wirtschaftlich bebaut werden können. Viele gingen damals davon aus, dass bald wieder die 20-Euro-Grenze fällt. Doch selbst konservativ kalkulierte Projekte haben ein Problem: Die für den Baubeginn notwendige Vorvermietung bleibt aus.

          Viele Projekte in der Innenstadt

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