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Büroimmobilien : Die Rezession in Europa drückt die Mieten

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Selbst für hochwertige Bürogebäude können die Makler in den meisten europäischen Märkten kaum noch hohe Mieten durchsetzen. Der Leerstand nimmt zum Teil beängstigende Größenordnungen an.

          Die Mieten für hochwertige Büroobjekte in den großen europäischen Büroimmobilienmärkten befinden sich weiterhin nahezu im freien Fall. Das geht aus den Beobachtungen der Makler- und Beratungsgesellschaft Jones Lang Lasalle (JLL) hervor, die sich quartalsweise in deren „Europäischer Immobilienuhr“ niederschlagen. Im Durchschnitt lag die gemessene Spitzenmiete in den 24 wichtigsten Städten Ende des zweiten Quartals 15,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorquartal ging es um 4,6 Prozent abwärts.

          Der stärkste Einbruch war einmal mehr in Moskau zu verzeichnen, wo es im Quartalsverlauf um 30 Prozent mit der Spitzenmiete für Büros nach unten ging. Auf den Plätzen folgen in der Aufstellung Dublin mit einem Minus von 18 Prozent und Madrid mit einem Minus von 10 Prozent. In Moskau summiert sich der Rückgang über zwölf Monate betrachtet inzwischen auf 63 Prozent, was nach Angaben der JLL-Analysten einen Rekordwert darstellt.

          Mit 32 Prozent fiel der Einbruch in London dagegen fast noch überschaubar aus. Stabil blieben die Spitzenmieten im gleichen Zeitraum dagegen nur in Amsterdam (plus 1,5 Prozent), Prag (plus 2,3 Prozent) und Stuttgart (plus 2,9 Prozent). Als einer der wenigen positiven Aspekte wird in der aktuellen Aufstellung hervorgehoben, dass sich die Abwärtsbewegung im Vergleich zum Jahresanfang zuletzt immerhin verlangsamt habe.

          Der Leerstand steigt

          Zurückzuführen sind die fallenden Büromieten vor allem auf den steigenden Leerstand. JLL beziffert ihn europaweit inzwischen auf 22,9 Millionen Quadratmeter, was in etwa dem Büroflächenbestand von Hamburg und Düsseldorf zusammen entspricht. Besonders angespannt ist dabei die Lage in den mittel- und osteuropäischen Ländern, wo die Leerstandsquote von April bis Juni um einen Prozentpunkt auf 14,6 Prozent anstieg. In Westeuropa lag die durchschnittliche Leerstandsquote Ende Juni bei 8,8 Prozent.

          Unter den 24 bedeutendsten europäischen Büroimmobilienmärkten verringerte sich der Leerstand nur in Edinburgh und Den Haag. Den größten Zuwachs meldete Dublin mit 2,7 Prozentpunkten. Inzwischen wird dort schon ein Fünftel der zur Verfügung stehenden Bürofläche nicht genutzt. Den geringsten Leerstand weist Luxemburg mit einer Quote von 3,7 Prozent aus, obwohl auch dort zuletzt mit 1,3 Prozentpunkten ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen war.

          „Da die Nachfrage nach Büroflächen weiterhin schwach bleiben dürfte und im zweiten Halbjahr noch 4 Millionen Quadratmeter fertiggestellt werden, ist im Verlauf des Jahres mit einem weiteren Anstieg der Leerstandsquoten zu rechnen“, blicken die JLL-Analysten voraus. Die gesamteuropäische Leerstandsquote, die derzeit bei 9,3 Prozent liegt, könnte sich ihrer Ansicht nach bis zum Jahresende über der Marke von 10 Prozent bewegen.

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