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Christoph Schäfer, Ressortleiter Wirtschaft und Finanzen FAZ.NET

Rasant steigende Preise : Der Haus-Traum platzt

Feindbild der Grünen: Ein Einfamilienhaus in Aukrug in Schleswig-Holstein Bild: dpa

Baukindergeld, sozialer Wohnungsbau und Mietpreisbremsen sind nur Tropfen auf einem heißen Stein. Die einzige Lösung gegen den rasanten Anstieg der Mieten und der Hauspreise ist mehr Angebot.

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          Das Wohnen ist die neue soziale Frage unserer Zeit. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch mit jedem weiteren Anstieg der Mieten und der Hauspreise stellt sie sich vehementer. Vor allem für Familien ist das Problem längst fundamental. Anders als früher bleiben viele selbst dann in ihrer alten Wohnung, wenn sich Nachwuchs ankündigt, weil sie sich die Konditionen eines neuen Mietvertrags nicht leisten können.

          Der Traum vom eigenen Haus ist für viele Familien ebenfalls schon lange geplatzt. Wer nichts vererbt oder geschenkt bekommen hat, kann das nötige Eigenkapital kaum aufbringen, wenn selbst eine Doppelhaushälfte am äußeren Rand des Frankfurter Einzugsbereichs schon 800.000 Euro kostet. Wer mit Nebenkosten von 12,5 Prozent kalkuliert und gerade mal 10 Prozent Eigenkapital mitbringt, muss 180.000 Euro sparen, damit die Bank ihm den Rest leiht. Wie soll das für Normalverdiener gehen? Dass sich die Quote der Hauseigentümer, die jünger sind als 45 Jahre, seit der Jahrtausendwende halbiert hat, ist nicht überraschend, aber trotzdem ein sehr trauriger Befund.

          Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr

          Leider ist das Wohnproblem extrem schwer zu lösen, denn es gibt immer noch genug Mieter und Käufer, die selbst exorbitante Preise zahlen. Baukindergeld, sozialer Wohnungsbau und Mietpreisbremsen sind nur Tropfen auf einem glühend heißen Stein. Die einzige echte Lösung ist mehr Angebot, in den Metropolregionen muss noch mehr gebaut werden. Die Diskussion um zu viel Flächenversiegelung mag ökologisch richtig sein, baupolitisch ist sie Gift. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, spotten manche – leider zu Recht.

          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Finanzen Online.

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