https://www.faz.net/-gqe-9r597

Indiens Zukunftspläne : Modis Traumfabrik

Bangen um den Job: Arbeiter vor der Fabrik des großen Autoherstellers Maruti Suzuki in Manesar Bild: Reuters

Bis 2024 soll Indien zur drittgrößten Volkswirtschaft aufsteigen – das wäre eine Verdopplung der bisherigen Wirtschaftsleistung. Die Realität sieht anders aus.

          4 Min.

          In Manesar herrscht Sorge, bei manchen Angst. In guten Jahren brummt es in dieser Vorstadt Delhis, ist sie ein Wachstumsmotor der modernen Wirtschaft, die Indien sein will. Maruti Suzuki, der größte Automobilhersteller des Subkontinents, lässt hier arbeiten und hat eine Teststrecke. Nebenan sitzt Honda, dazu Zulieferer, Schmieden, Lackierereien. Wer vom Land kam und Arbeit suchte, der hatte in Manesar gute Chancen, sich nach oben zu ackern. Vom Träger für ein paar Rupien bis zum Zeitarbeiter in einer der riesigen Werkshallen mit einem Einkommen von 10.000 Rupien (126 Euro) im Monat. Die neue Mittelschicht, Zehntausende von Ingenieuren der indischen Hochschulen fanden hier ihre erste Stelle. In Manesar schlug das Herz des indischen Aufschwungs.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Nun aber spürt der Standort den Kaufstreik der Inder. Im Juli lag der Autoabsatz mit nur noch 200.000 Einheiten satte 31 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nur im Jahr 2000 war der Rückgang mit 35 Prozent noch brutaler. In den Werken wird es ruhig. Aber nicht nur dort. Schließlich steht der Fahrzeugsektor für knapp die Hälfte der Leistung der herstellenden Industrie.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ja, wohin fährt er denn: Der neue Bahnhof in Naivasha wird eröffnet.

          Bahnprojekt Kenia : Geht ein Zug nach Nirgendwo

          Eine Zugverbindung der kenianischen Hafenstadt Mombasa bis in Ugandas Hauptstadt Kampala: Das war der Plan von Kenias Regierungschef Kenyatta. Doch das Projekt droht spektakulär zu scheitern. Profitieren könnte China.
          Bram Schot

          F.A.Z. Exklusiv : So spart Audi gegen die Krise

          Rund 15 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren eingespart werden. Die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm wird es wohl besonders hart treffen. Audi-Chef Schot sagt, er habe aber klare Vorstellungen, wie die Beschäftigung gesichert werden kann.