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Wirtschaftsforscher : Nobelpreis an Makroökonomen

  • Aktualisiert am

Christopher Sims (l) und Thomas Sargent Bild: AFP

Der Wirtschaftsnobelpreis geht an Thomas J. Sargent und Christopher A. Sims - für ihre empirischen Methoden in der Makroökonomie.

          Den Wirtschaftsnobelpreis erhalten in diesem Jahr die beiden amerikanischen Professoren Thomas J. Sargent und Christopher A. Sims. Sie werden für ihre empirische Arbeit in der Makroökonomie ausgezeichnet. Mit ihren Methoden versuchen sie Zusammenhänge zwischen Wirtschaftspolitik und Inflation, Beschäftigung oder Bruttoinlandsprodukt herzustellen. Der 1942 geborene Sims unterrichtet an der Princeton-Universität in New Jersey. Sargent ist ein Jahr jünger und arbeitet an der New Yorker Universität.

          Wie ändern sich das Bruttoinlandsprodukt und die Inflationsrate, wenn vorübergehend der Zinssatz erhöht wird oder die Steuern gesenkt werden? Was passiert, wenn eine Zentralbank dauerhaft ihr Inflationsziel ändert oder eine Regierung ihr Ziel eines ausgeglichenen Haushalts anpasst? Das sind Fragen, die die Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag nennt, für deren Beantwortung die diesjährigen Preisträger Methoden entwickelt haben und dafür geehrt werden. Ihre Forschung untersucht Zusammenhänge zwischen Wirtschaftspolitik und makroökonomischen Variablen wie Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Beschäftigung und Investitionen.

          Thomas Sargent lehrt an der New York University Bilderstrecke

          Das Nobelkomitee begründete die Entscheidung damit, dass Sargent und Sims bahnbrechende Forschungsergebnisse bei ihrer empirischen Forschung „zu Ursache und Wirkung in der Makroökonomie“ (Volkswirtschaft) erzielt hätten. Ein Sprecher des Komitees sagte, die beiden Wissenschaftler hätten Methoden entwickelt, um die praktischen Auswirkungen wirtschaftspolitischer Entscheidungen zu überprüfen. Als Beispiel nannte er Nationalbanken, die aufgrund der Arbeitsergebnisse von Sims und Sargent bessere Prognosen erstellen könnten.

          Sims sagte am Telefon, er freue sich und sei überrascht von der Mitteilung über den Stockholmer Preis. Auf die Frage, wie er seine Hälfte der Dotierung angesichts der derzeitigen Krise auf den Finanzmärkten zu investieren gedenke, sagte er: „Ich werde es wohl eine Weile in Cash behalten und dabei über die Verwendung nachdenken.“

          Bislang nur eine Frau und ein Deutscher geehrt

          Als letzter diesjähriger Nobelpreis ist die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaft bekanntgegeben worden. Der Preis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (knapp eine Million Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr wurden Peter A. Diamond und Dale T. Mortensen aus den Vereinigten Staaten zusammen mit dem Briten Christopher A. Pissarides ausgezeichnet – für ihre Arbeiten zu den Ursachen von Arbeitslosigkeit.

          Seit der ersten Vergabe des Ökonomie-Preises 1969 hat ihn die amerikanische Ökonomin Elinor Ostrom 2009 als einzige Frau neben 68 Männern bekommen. Von 69 Preisträgern haben 54 ihre Forschungsarbeit an amerikanischen Instituten betrieben. Einziger deutscher Preisträger war 1994 der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten.

          Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht nicht direkt auf das Testament des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel zurück. Er wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank zu ihrem 300-jährigen Bestehen ins Leben gerufen und wird seit 1969 verliehen. Alle Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), überreicht. Die diesjährigen Preisträger erhalten ihre Auszeichnungen dann zusammen mit den anderen Nobelpreisträgern aus der Hand des schwedischen Königs Carl XVI. Gustaf in Stockholm. Nur der Friedensnobelpreis wird traditionell in Oslo überreicht.

          Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre

          2010 - Peter A. Diamond, Dale T. Mortensen (Vereinigte Staaten) und Christopher A. Pissarides (Großbritannien). Sie wurden für ihre Untersuchung von Marktmechanismen ausgezeichnet.

          2009 - Elinor Ostrom (Vereinigte Staaten) und Oliver E. Williamson (Vereinigte Staaten). Sie haben gezeigt, „wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann“. Zu Williamson hieß es, er habe Modelle zur Konfliktlösung mit Hilfe von Unternehmensstrukturen entwickelt.

          2008 - Paul Krugman (Vereinigte Staaten) für seine Forschungsergebnisse als Handelstheoretiker.

          2007 - Leonid Hurwicz (Vereinigte Staaten), Eric S. Maskin (Vereinigte Staaten) und Roger B. Myerson (Vereinigte Staaten) für ihre Arbeiten über die Grundlagen der „Mechanischen Designtheorie“.

          2006 - Edmund S. Phelps (Vereinigte Staaten) für seine Analyse zum Verhältnis kurz- und langfristiger Effekte in der Wirtschaftspolitik.

          2005 - Robert J. Aumann (Israel/Vereinigte Staaten) und Thomas C. Schelling (Vereinigte Staaten) für ihre Arbeiten zu Konflikt und Kooperation in der Spieltheorie.

          2004 - Finn E. Kydland (Norwegen) und Edward C. Prescott (Vereinigte Staaten) für ihre „Beiträge zur dynamischen Makroökonomie“.

          2003 - Robert F. Engle III (Vereinigte Staaten) und Clive W.J. Granger (Großbritannien) für ihre Arbeiten zur statistischen Erforschung ökonomischer Zeitreihen.

          2002 - Daniel Kahneman (Israel/Vereinigte Staaten) und Vernon L. Smith (Vereinigte Staaten) für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der psychologischen und experimentellen Wirtschaftswissenschaft.

          2001 - George A. Akerlof (Vereinigte Staaten), A. Michael Spence (Vereinigte Staaten) und Joseph E. Stiglitz (Vereinigte Staaten). Die schwedische Akademie der Wissenschaften begründete ihre Entscheidung mit den Leistungen der Wissenschaftler bei der „Marktanalyse mit asymmetrischen Informationen“.

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