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Studie : Das Gehalt kann einem den Schlaf rauben

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Wer da wohl noch wach ist? Bild: Picture-Alliance

Wer sich unfair bezahlt fühlt, schläft schlechter – so zeigt es eine Studie über die Schlafgewohnheiten der Deutschen. Das tatsächliche Gehalt hat dagegen nichts mit der Schlafqualität zu tun.

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          Ärger bei der Arbeit raubt den Deutschen offenbar tatsächlich den Schlaf, zumindest einigen. Wer sich unfair bezahlt fühlt, schläft oft schlechter als die Leute, die mit ihrem Gehalt zufrieden sind – und das vollkommen unabhängig von der Höhe, hat ein Ökonom der Leuphana-Universität in Lüneburg festgestellt.

          Die Daten dazu stammen aus dem „Sozio-ökonomischen Panel“, einer jährlichen Umfrage unter den Deutschen, in der Forscher alle wesentlichen Lebensumstände erfragen – auch die Schlafqualität, das Gehalt und die Zufriedenheit damit. Die Forscher haben Antworten von rund 9.000 abhängig Beschäftigten ausgewertet, die sich jeweils 2009, 2011 und 2013 an der Studie beteiligten.

          Die Ergebnisse sind deutlich. Unzufriedene Leute schlafen weniger. Der Anteil derer, die die empfohlene Schlafmenge zwischen 7 und 9 Stunden bekommen, beträgt nur noch 58 Prozent, während 65 Prozent der Zufriedenen so lange schlafen. Aber die Unzufriedenen liegen nicht nur kürzer im Bett, sie schlafen auch schlechter – und sie bekommen häufiger vom Arzt Schlafstörungen diagnostiziert.

          Was die Leute tatsächlich verdienen, ist egal

          Keinen Einfluss hat dagegen das tatsächliche Gehalt. Weder der Stundenlohn noch das monatliche Gehalt haben einen messbaren Einfluss auf die Schlafqualität.

          Könnte es angesichts dessen auch umgekehrt sein: Schlafgestörte Menschen sind schlechter gelaunt und deshalb unzufriedener mit dem Gehalt? Dagegen spricht der Schlafrhythmus. Denn selbst die Leute, die sich über ihren Verdienst ärgerten, schliefen nur unter der Woche schlecht. Am Wochenende, wenn die Arbeit weit weg ist, träumten auch die Unzufriedenen genauso gut wie alle anderen.

          Für Chefs ist die Folgerung aus dem ganzen völlig klar, findet Autor Christian Pfeifer: Sie müssen ihren Mitarbeitern nicht unbedingt mehr bezahlen. Aber sie müssen dafür sorgen, dass der Weg, auf dem die Löhne festgelegt werden, den Mitarbeitern gerecht erscheint.

          Was das für die Angestellten bedeutet, ist dagegen nicht so klar. Sollten sie ihren Ärger trotzdem nutzen, um sich ein höheres Gehalt zu erkämpfen? Oder sollten sie sich einfach mit ihrem Gehalt abfinden, damit sie besser schlafen?

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