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Mit der Höhe des Taschengelds : Wie Eltern ihre Kinder besteuern

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Einkaufsbummel - extrem wichtig für viele Jugendliche. Aber von wessen Geld? Bild: Reuters

Ist das Taschengeld angemessen, das Sie Ihren Kindern zahlen? Vielleicht haben Sie sogar unbewusst die Entscheidung getroffen, sie zu besteuern? Könnte sein, wie diese Studie nahelegt.

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          Haben Sie Kinder? Dann haben Sie sich bestimmt schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob die Höhe ihres Taschengeldes angemessen ist. Der britische Ökonom Angus Holford von der University of Essex hat jetzt nachgewiesen, dass viele Eltern von Jugendlichen diese Frage in Abhängigkeit davon beantworten, ob und wie viel ihre Kinder nebenher jobben – zumindest in England ist das so.

          Die Daten über die Taschengeldhöhen, die der Untersuchung zugrunde liegen, sind zwar schon etwas älter und stammen aus den Jahren 2004 bis 2006. Die Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Schülerjobs und Taschengeldzahlungen hat der Forscher aber erst jetzt ausgerechnet. Und sie sind sehr aufschlussreich! In Kürze: Eltern besteuern die Einkommen ihrer Kinder.

          Weniger Taschengeld für Vielarbeiter

          Die Studie zeigt zweierlei: Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern ihren Kindern ein regelmäßiges Taschengeld zahlen höher, wenn die Kinder schlechte Chancen haben, einen Schülerjob zu finden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Familie in einem abgelegenen, ländlichen Umfeld wohnt. Schlechtere Chancen auf dem Markt für Nebenjobs haben auch Kinder, die in ihrer Schul-Jahrgangsstufen zu den jüngeren zählen: Denn vor allem im Herbst werden viele Schülerjobs frei; zu diesem Zeitpunkt sind diese Jugendlichen aber noch zu jung, um eine Beschäftigung aufzunehmen.

          Zudem finden Jugendliche schlechter eine Nebenbeschäftigung, wenn sie in einer Region mit generell schwachem Arbeitsmarkt leben. Und in all diesen Fällen springen die Eltern häufig ein – und zahlen ein regelmäßiges Taschengeld. „Eltern versichern im Prinzip ihre Kinder gegen Arbeitsmarktschwierigkeiten“, schreibt der Autor in seinem Papier. „Sie möchten zwar gern, dass die Jugendlichen sich selbst finanzieren, bestrafen sie aber nicht dafür, wenn sich das als schwierig herausstellt.“

          Die zweite Erkenntnis der Untersuchung ist gleichermaßen interessant: Die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern ihren Kindern ein regelmäßiges Taschengeld zahlen, sinkt mit der Anzahl der Stunden, die die Jugendlichen arbeiten. „Effektiv besteuern die Eltern die Einkünfte ihrer Kinder aus den Nebenjobs“, so Holford. „Denn sie nehmen ihnen das Taschengeld weg, das sie unter anderen Umständen an sie auszahlen würden.“

          Steuernachlässe für stressige Zeiten

          Allerdings gibt’s offenbar Steuernachlässe für stressige Zeiten in der Schule: Wenn die Prüfungen zur Mittleren Reife näher rückten, seien die Eltern eher geneigt, ihre eigenen finanziellen Ressourcen dazu zu nutzen, den Arbeitsanreiz für ihre Kinder zu senken und den Lernanreiz zu erhöhen, heißt es in dem Papier, für das 5000 Jungen und 5000 Mädchen über einen Zeitraum von drei Jahren einmal jährlich befragt wurden.

          Insgesamt erhielten rund 80 Prozent der Befragten ein regelmäßiges Taschengeld. Unter den 14-Jährigen hatte ein Viertel der Jungen und etwas weniger als ein Fünftel der Mädchen einen Schülerjob. Mit 16 Jahren hatten die Mädchen die Jungen in dieser Hinsicht überholt: 32 Prozent der Mädchen arbeiteten in diesem Alter, aber nur 29 Prozent der Jungen.

          Generell konnte Holford zeigen, dass Kinder mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit arbeiten gehen, wenn sie Taschengeld bekommen, aber auch, dass Eltern mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit ein Taschengeld zahlen, wenn die Kinder jobben.

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