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Studie : Feinstaub stresst die Fußballer

Diesen Smog haben die Zuschauer verursacht: Beim Champions-League-Spiel zwischen Zenit St. Petersburg und Apoel Nikosia flogen Rauchbomben. Bild: Picture-Alliance

Dass schmutzige Luft schadet, ist bekannt. Wie schnell das gehen kann, hat jetzt ein Forscherteam mit Fußballern gezeigt: Je mehr Feinstaub durch die Luft schwirrt, desto schlechter spielen die Profis.

          Als die Olympischen Spiele 2008 nach Peking kamen, drosselte die chinesische Regierung vorher wochenlang die Industrieproduktion, um den allgegenwärtigen Smog zu vertreiben. Das könnte nicht nur Chinas Ansehen in der Welt genutzt haben, sondern auch den sportlichen Leistungen während der Spiele. Vielleicht hätte es ohne die saubere Luft weniger Rekorde gegeben. Denn Luftverschmutzung verschlechtert die Leistung.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass übermäßige Luftverschmutzung schadet, dass Kohlestaub Krebs auslösen kann – all das ist bekannt. Doch wie schnell Umweltverschmutzung wirkt, das ist nicht jedem sofort klar. Doch Feinstaub in der Luft beispielsweise beeinträchtigt ganz schnell die Leistung derer, die ihn einatmen – zum Beispiel die von Fußballspielern.

          Immer wieder hatten Umweltschützer schon zuvor gezeigt, wie schmutzige Luft ganz kurzfristig schaden kann. Das ist schwer zu messen, aber wenn man Leute bei körperlicher Arbeit untersucht, fällt gelegentlich etwas auf: Auf einzelnen Bauernhöfen ließ beispielsweise die Arbeitskraft der Feldarbeiter nach, wenn die Luft zu schmutzig war.

          Mehr Feinstaub – weniger Pässe

          Doch die Fußball-Bundesliga bietet Forschern ganz wunderbare Bedingungen, um körperliche Arbeit zu messen. Kaum ein Arbeitsplatz ist statistisch so gut erfasst wie die Plätze der deutschen Eliteliga, die Aktionen jedes Spielers werden mehrfach ausgewertet.

          Das haben sich Ökonomen am Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit zunutze gemacht. Sie fragten: Wie viele Pässe haben die Spieler in jeder Partie geschlagen? Dabei berücksichtigten sie das Wetter am Spieltag, Position und Alter der Spieler, selbst die Zuschauerzahl floss in die Rechnung ein. Insgesamt untersuchten Andreas Lichter, Nico Pestel und Eric Sommer mehr als 1700 Spieler in rund 3000 Bundesliga-Begegnungen aus zwölf Jahren – so glichen sich gute und schlechte Tage weitgehend aus.

          Tatsächlich spielen die Profis umso weniger Pässe, je höher die Feinstaub-Belastung am Spielort ist. Der Effekt bleibt zwar normalerweise klein, doch er kann schnell wachsen. Wenn die Feinstaub-Belastung über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt, was die Europäische Union auf 35 Tage im Jahr begrenzen will, dann macht sich die Luftverschmutzung durchaus bemerkbar. Steigt die Feinstaub-Konzentration auf 100 Mikrogramm, dann könnten von den durchschnittlich 33 Pässen eines Abwehrspielers während einer Partie fünf wegfallen – oder noch mehr, denn Mittelfeld- und Abwehrspieler werden vom Feinstaub besonders beeinträchtigt.

          Und: Je mehr die Spieler laufen, desto heftiger beeinträchtigt sie die schmutzige Luft. Wenn ein Spieler alt ist oder wenn sein Team nur noch zu zehnt auf dem Platz ist, leidet er noch mehr.

          Wir haben den Vornamen von Eric Sommer in diesem Artikel korrigiert. Bitte entschuldigen Sie den Fehler!

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