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Erfolg : Intelligenz ist nicht alles

  • -Aktualisiert am

Bild: Alfons Holtgreve

Die Besten an der Uni sind nicht zwangsläufig die Erfolgreichsten im Job. Psychologen haben herausgefunden, dass statt Intelligenz eher Extrovertiertheit und Gewissenhaftigkeit darauf deuten, dass jemand zur Führungspersönlichkeit wird.

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          Der Intelligenzquotient ist gut geeignet, Erfolg in Schule, Beruf und Leben vorherzusagen. Das ist lange bekannt und wurde selbst von Ökonomen schon bestätigt. Und das obwohl sich die konventionelle ökonomische Theorie wenig für die Unterschiede zwischen den Menschen interessiert und deren Interessen und Präferenzen am liebsten so formuliert, dass alle unter eine Formel passen. Sonst werden die Modelle zu kompliziert, die ja am Ende ganze Märkte oder gar ganze Volkswirtschaften abbilden sollen.

          Doch die Bedeutung unterschiedlicher Intelligenzquotienten für Einkommen und Fortkommen hat selbst die Ökonomen interessiert. Dabei ist Intelligenz nun wirklich nicht alles. Das zeigt die Perry-Vorschulstudie. Das ist ein Programm, das es seit den sechziger Jahren in Amerika gibt und das sich Kindern aus benachteiligten Wohnvierteln widmet. Diese wurden schon in den sechziger Jahren außerhalb der Schule speziell gefördert. Eigentlich wollte man damit ihre intellektuellen Fähigkeiten steigern. Doch das Projekt hatte keinen dauerhaften Effekt auf den Intelligenzquotienten. Trotzdem waren die Kinder später deutlich erfolgreicher in Leben und Beruf. Sie wurden nicht nur seltener verhaftet, sondern sie verdienten auch deutlich mehr als jene, die nicht gefördert worden waren. Sie hatten häufiger ein eigenes Haus und einen Schulabschluss und bezogen seltener Sozialhilfe. Den Forschern zufolge hat das Programm etwas anderes gefördert als die Intelligenz: die Persönlichkeit. Die ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Erfolg im Beruf zu haben und ein gutes Gehalt zu erzielen.

          Das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit

          Was Durchschnitts-Büromenschen schon immer klar war, dämmert nun auch den Ökonomen. Sie machen sich jetzt daran, systematisch zu erforschen, welche Aspekte der Persönlichkeit Einfluss auf Erfolg im Beruf haben. Denn das kann am Ende sogar die ganz großen Fragen beantworten, die Ökonomen gerne stellen: Wie machen wir die Wirtschaft leistungsfähiger? Wie steigern wir Produktivität und Wachstum?

          Doch zurück zur Persönlichkeit. Um ihre unterschiedlichen Aspekte zu messen, greifen Ökonomen auf etwas zurück, was Psychologen über viele Jahre entwickelt haben: das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit oder die "Big Five", wie die Amerikaner es nennen. Gemeint sind damit fünf Persönlichkeitsmerkmale, die wiederum jeweils eine Menge Untermerkmale zusammenfassen und den Menschen möglichst umfassend beschreiben: Offenheit für Erfahrungen, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und emotionale Stabilität. Getestet werden sie meist, indem Menschen sich anhand von Fragebögen selbst bewerten.

          Welches dieser Persönlichkeitsmerkmale führt nun zu Erfolg und Wohlstand? Psychologen haben herausgefunden, dass statt Intelligenz eher Extrovertiertheit und Gewissenhaftigkeit darauf deuten, dass jemand zu einer Führungspersönlichkeit wird. Der IQ liegt in seinem Einfluss gleichauf mit emotionaler Stabilität, die ebenfalls eine Rolle spielt für den Führungsjob. Wie gut man seinen Job erledigt - egal ob Führungsjob oder nicht -, hängt hingegen stark von der Intelligenz ab. Zusätzlich spielt auch die Gewissenhaftigkeit eine große Rolle.

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