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Studie : Deshalb frieren Frauen im Büro

Gesundheit! Bild: Picture-Alliance

Im Büro ist es den Männern zu warm, den Frauen zu kalt. Das kommt oft vor. Wissenschaftler haben jetzt den Grund dafür gefunden.

          1 Min.

          Viele Büros kennen den täglichen Kampf: draußen herrschen 30 Grad, drinnen kühlt die Klimaanlage, aber wie weit? Männer schieben den Temperaturregler gerne nach unten, die Frauen schieben ihn wieder in die Höhe – oder sie bringen sich im Hochsommer einen Strickpulli mit zur Arbeit.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Jetzt wird deutlich: Das sind keine Ausnahmen. Das hat System. Und der Konflikt kommt nicht daher, dass die Frauen so empfindlich wären. Und die konservative Bürouniform der Männer mit Anzug und Krawatte hat auch nur wenig damit zu tun. An der Universität Maastricht haben zwei Biologen festgestellt: Frauen brauchen es einfach wärmer.

          Nach wie vor sind viele Büro-Klimasysteme auf Männer eingestellt, so beschreiben es Boris Kingma und Wouter van Marken Lichtenbelt in einer Studie, die am Montag erschienen ist. Auf einer siebenstufigen Skala wird ausgerechnet, wie vielen Leuten das Büro zu warm oder zu kalt ist. Dafür wird berücksichtigt, wie schnell die Luft zirkuliert, wie feucht sie ist und welche Materialien im Büro verbaut sind. Doch in dieser Rechnung wird laut den Biologen unterschätzt, wie wenig eigene Wärme der Körper von Frauen produziert.

          Frauen mögen's drei Grad wärmer

          Ein sitzender, 40-jähriger Mann mit 70 Kilogramm Körpergewicht produziert rund 60 Watt Wärmeenergie pro Quadratmeter Hautoberfläche. Wenn er Akten ablegt, kommt er sogar auf 70 Watt. Darauf seien nach wie vor viele Standardtabellen für Klimaplaner ausgelegt. Dabei produzierten junge Frauen nur rund 48 Watt.

          Dafür werden ganz unterschiedliche Gründe angegeben. Frauen sind oft kleiner und zierlicher. Gleichzeitig haben sie häufig einen höheren Körperfettanteil – und Fett sorgt dafür, dass weniger Körperwärme bis zur Haut vordringt. Möglicherweise unterscheidet sich auch der Stoffwechsel zwischen den Geschlechtern.

          Am Ende führt das dazu, dass Frauen sich im Durchschnitt am liebsten eine Raumtemperatur von 25 Grad einstellen, während die Männer mit durchschnittlich 22 Grad auskommen.

          Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ erschienen, die sich speziell mit dem Klimawandel beschäftigt. Die Autoren argumentieren: Wenn nicht auf das Wärmebedürfnis der Frauen eingegangen wird, dann „kann das dafür sorgen, dass Gebäude für den Komfort von Frauen nicht energieeffizient sind“.

          Bleibt nur die Frage: Wenn im Sommer die Klimaanlage weniger arbeiten muss, wird dann im Winter die Heizung weiter aufgedreht?

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