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Arbeiten : Der Unsinn des Home Office

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Extrinsische versus intrisische Motivation

Ihre Ergebnisse bestätigen die Erkenntnisse aus dem Brief-Experiment. Wie schnell kassiert wird, hängt sehr stark davon ab, welche Partner einem Kassierer zugeteilt sind. Stößt ein schneller Kassierer zu einem langsamen Team, dann hebt das sofort die Leistungen aller. Die Langsamen werden angespornt, sich zu beeilen. Für die Supermarktkette wäre es also ideal, Kassierer mit möglichst unterschiedlicher Schnelligkeit in ein Team zusammenzusetzen, um am Ende das beste Ergebnis zu erzielen.

Doch die Forscher bleiben bei dieser Erkenntnis nicht stehen. Sie wollen erfahren, warum das so ist. Kassieren die Langsamen auf einmal schneller, weil sie sich von den Schnellen unter Druck gesetzt und beobachtet fühlen? Oder legen sie im Tempo zu, weil sie sich per se nicht gerne unkooperativ verhalten? Schließlich muss der Schnellere deutlich mehr Kunden abfertigen, wenn der Langsame sein Ursprungstempo beibehält. Sind die Kassierer also intrinsisch motiviert oder extrinsisch? Mas und Moretti untersuchen das, indem sie fragen: Verhalten sich die langsameren Kassierer anders, wenn die schnellen sie sehen können? Und: Verhalten sie sich anders, wenn sie wissen, dass sie noch oft mit den schnellen Kollegen zusammenarbeiten werden?

Es zeigt sich, dass die Produktivität stark von diesen Faktoren abhängt. Nur Kollegen, die vom leistungsstarken Kassierer gesehen werden können, arbeiten schneller - nicht aber Kollegen, die in seinem Rücken sitzen. Außerdem nimmt der Effekt mit der Entfernung ab. Auch das Wissen darum, dass man noch häufig mit dem leistungsstarken Kassierer zusammenarbeitet, erhöht die Motivation, schneller zu kassieren.

Transparenz erhöht die Produktivität

Aus ihren Beobachtungen schließen die Forscher, dass Teams vor allem deshalb produktiver sind, weil sich die anderen von guten Kollegen unter Druck gesetzt fühlen. Es gibt keine innere Motivation, dem anderen Arbeit abzunehmen oder sich sozial zu verhalten, sondern nur eine äußere: die soziale Kontrolle.

Arbeitgeber können aus den Studien viele Konsequenzen ziehen, um die Produktivität ihrer Abteilungen zu steigern. Erstens: Ein Home Office ist gefährlich. Selbst besonders gute Mitarbeiter werden schlechter, wenn sie nicht mit Kollegen zusammenarbeiten, für besonders schlechte gilt das erst recht. Zudem ist es für alle Mitarbeiter kontraproduktiv, die Motivierten, Schnellen und Effizienten daheim arbeiten zu lassen, denn dann wird das ganze Team schlechter.

Zweitens sollte jeder einen möglichst guten Überblick gewinnen können, welcher Kollege wie viel arbeitet. Erst in einer solchen Situation färben die guten Leistungen der Engagierten auf die anderen ab. Drittens - und für manche sicher überraschend - sollten Teams keinesfalls nach Leistung aufgeteilt werden. Die Guten und die Schlechten voneinander zu trennen ist nicht sinnvoll. Vielmehr lohnt sich eine gute Mischung. Denn die Starken können die weniger Starken mitziehen. So gelingt es, gemeinsam mehr zu schaffen.

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