https://www.faz.net/-gqe-844g9

Debatte : Für sozialverträgliche Studiengebühren

  • -Aktualisiert am

Büffeln zahlt sich aus: Akademiker profitieren in hohem Maße finanziell von einem abgeschlossenen Studium. Bild: dpa

Sogar aus Amerika kommen mittlerweile gerne Studenten nach Deutschland - weil das Studium hier kostenlos ist. Doch an deutschen Hochschulen fehlt das Geld. Deshalb gehört das Thema Studiengebühren wieder auf den Tisch, finden unsere Gastautoren.

          9 Min.

          Studiengebühren in Deutschland - ein Thema der Vergangenheit? Nicht, wenn man an überfüllte Hörsäle, sanierungsbedürftige Universitätsgebäude und an die Schuldenbremse denkt. Die Schuldenbremse? Was hat diese mit einem gebührenfreien Studium in Deutschland zu tun? Sie könnte der Auslöser für eine Wiedereinführung von Studienbeiträgen werden.

          Bislang tragen die Bundesländer die Hauptkosten der Hochschulbildung. Doch angesichts rasant angestiegener Studentenzahlen ist die Not an den Lehrstätten groß, der Bedarf an zusätzlichen Mitteln enorm: Laut Hochschulrektorenkonferenz fehlten bis 2015 schon 600 Millionen Euro, eine weitere Milliarde sei bis zum Jahr 2018 notwendig. Gleichzeitig reduziert die seit 2011 geltende Schuldenbremse den Spielraum der Landesregierungen: Bis zum Jahresende 2019 muss allerorten das strukturelle Defizit auf null zurückgeführt werden. Das Thema Studiengebühren kann daher schneller wieder auf die Tagesordnung kommen, als es zurzeit den Anschein hat. Schon im Herbst des vergangenen Jahres forderten mehrere Hochschulrektoren eine Neuauflage; zu diesem Zeitpunkt hatte Niedersachsen als letztes Bundesland die wenig durchdachten Studienbeiträge der ersten Stunde gerade wieder abgeschafft.

          Die Öffentlichkeit sollte die Chance nicht verstreichen lassen, jetzt über ein sozialverträglich ausgestaltetes Gebührenmodell zu diskutieren und von anderen Ländern zu lernen. Denn neben der Finanznot an den Hochschulen gibt es ein weiteres Kernargument, das für ein kostenpflichtiges Hochschulstudium spricht: soziale Gerechtigkeit. Die Bildungsfinanzierung in Deutschland steht praktisch auf dem Kopf: Der private Kostenanteil bei frühkindlicher Bildung ist höher als die Kostenbeteiligung im Tertiärbereich. Anders ausgedrückt: Eltern müssen pro Jahr für einen Kita-Platz anteilig mehr aus der eigenen Tasche bezahlen als für das spätere Bachelorstudium ihres Nachwuchses. Zwar unterscheiden sich die Kita-Gebühren zwischen den Bundesländern und sogar zwischen den einzelnen Kommunen, bundesweit lässt sich aber eine durchschnittliche jährliche Belastung pro Kind berechnen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit einem privaten Kostenanteil von rund 20 Prozent im Elementarbereich knapp oberhalb des Durchschnitts der OECD-Länder (19 Prozent), im Tertiärbereich mit einer privaten Kostenbeteiligung von nur 15 Prozent hingegen deutlich unterhalb des OECD-Durchschnitts (32 Prozent).

          Die Studierenden profitieren selbst in hohem Maße

          Diese Gewichtung öffentlicher und privater Investitionen im deutschen Bildungssystem steht den gesellschaftlichen Erträgen aus den jeweiligen Bildungsstufen diametral gegenüber. Während die durch internationale Studien belegten positiven gesellschaftlichen Folgen einer frühkindlichen Bildung besonders hoch sind, nicht zuletzt, weil der Zeithorizont, über den diese Bildungsinvestitionen Erträge abwerfen können, noch lang ist, weisen die deutlichen Einkommensunterschiede zwischen Akademikern und Nichtakademikern auf hohe private Erträge von tertiärer Bildung hin. Studierende profitieren also später selbst in hohem Maße von einem abgeschlossenen Studium - die zusätzlichen Gewinne für die Gesellschaft fallen im Vergleich zu denen früherer Ausbildungsphasen hingegen geringer aus.

          Durch frühkindliche Bildung können zudem Weichen gestellt und die Chancengleichheit gefördert werden. In Deutschland hängt der spätere Bildungserfolg jedoch stark von der sozialen Herkunft ab. Die meisten Eltern, die ihre Kinder in einem Kindergarten oder einer Kindertagesstätte betreuen lassen, müssen dafür Gebühren bezahlen. Jene Eltern hingegen, die dieses Angebot der frühkindlichen Bildung nicht nutzen, erhalten für ihr unter dreijähriges Kind ein öffentlich finanziertes Betreuungsgeld. Dies verstärkt die sozial selektive Nutzung von Kinderbetreuungseinrichtungen, da es in Deutschland nicht wie beispielsweise in Österreich eine Kindergartenpflicht gibt.

          Die nicht erfahrene Bildung im jungen Alter hat weitreichende Folgen (was nicht heißen soll, dass frühkindliche Bildung ausschließlich in Kindertageseinrichtungen stattfindet). Wem die kognitiven und nichtkognitiven Fähigkeiten, welche das spätere Lernen erleichtern, in der Kindheit nicht vermittelt wurden, der ist bei der späteren Karriere benachteiligt. Unter dem Gesichtspunkt von Chancengleichheit wäre es daher geboten, die staatlichen Subventionen im Bereich der frühkindlichen Bildung deutlich höher zu gestalten als im Bereich der Hochschulbildung, um möglichst gleiche Startbedingungen zu schaffen. Ohne ein Modell, das Studiengebühren und Sozialverträglichkeit erfolgreich kombiniert und damit zusätzliche Mittel in den Bildungssektor einspeist, wird es in dieser Sache aber wohl keine Bewegung geben.

          Nichts ist umsonst - andere zahlen

          Die Gebühren-Skepsis ist in Deutschland, besonders unter den Studenten, groß und prägt die Debatte. Um ein vollständiges Bild zu zeichnen, reicht es allerdings nicht aus, nur die Einstellung derjenigen zu hören, die ihren Lebensweg durch ein Hochschulstudium erfolgreicher gestalten. Es muss auch berücksichtigt werden, wer die Kosten für die Bereitstellung dieser Studienplätze trägt. „Free is just another word for someone else pays“, bringt der britische Ökonom Nicholas Barr den Sachverhalt auf den Punkt. Für die Kosten eines Hochschulstudiums kommen alle Steuerzahler auf - bildungsfern und bildungsnah; von den höheren Verdienstchancen hingegen profitiert vor allem der Student selbst sowie zu einem geringeren Teil der Staat über die Einkommensteuer. Damit entsteht ein Umverteilungseffekt von unten nach oben. Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz stellt daher die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob es nicht einfacher wäre, denjenigen, die nicht von einem gebührenfreien Studium profitiert haben, als Ausgleich eine Steuerrückzahlung zukommen zu lassen.

          Zwar tragen auch Studenten selbst trotz eines gebührenfreien Studiums nicht zu vernachlässigende Opportunitätskosten: Sie könnten in der Zeit, in der sie studieren, arbeiten und Geld verdienen. Diese Kosten durch nicht erzielte Arbeitseinkommen übertreffen dabei in den meisten Fällen die Studienbeiträge deutlich. Bei der Abwägung, ob ein Studium aufgenommen wird oder nicht, werden sie durchaus berücksichtigt. Aus gesellschaftlicher Sicht wäre es jedoch optimal, wenn potentielle Studenten bei ihrer Entscheidung, wie viel sie in die eigene Bildung investieren, nicht nur ihre Fähigkeiten, Interessen, Chancen und Opportunitätskosten abwägten, sondern auch die natürlich höheren gesamten Kosten des Studiums. Durch einen völligen Verzicht auf Studiengebühren greift der Staat stark verzerrend in den Entscheidungsprozess ein - ohne dass er dadurch die Chancengleichheit fördert.

          Für die oft und vehement vorgebrachten Bedenken, dass Studiengebühren insbesondere Kinder aus einkommensschwachen Familien von einem Studium abhalten, gibt es bislang jedenfalls keine empirischen Belege. In Australien führte die Einführung von nachgelagerten Studiengebühren zu höheren Einschreibungszahlen aus allen sozialen Schichten. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich in England. Studien zu Deutschland haben ermittelt, dass nach Einführung von Studiengebühren die Neuimmatrikulationen an Gebührenuniversitäten im Vergleich zu Universitäten ohne Gebühren zwar leicht zurückgingen. Einen nachweisbaren Effekt auf die Einschreibung einkommensschwacher Schichten oder auf die soziale Zusammensetzung an den Hochschulen gab es aber nicht.

          Sozialverträglich muss es sein!

          Vielmehr haben Analysen zum Wanderungsverhalten von Studenten zwischen Bundesländern mit und ohne Gebühren gezeigt, dass Studienbeiträge in Deutschland zwar einen signifikant negativen Lenkungseffekt verursachten, aber keine Gebührenflucht. Zwei Drittel der Studienanfänger nahmen ihr Studium in dem Bundesland auf, in dem sie ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben hatten. Das wandernde Drittel wechselte größtenteils in ein angrenzendes beziehungsweise nahe gelegenes Bundesland. Anhand einer Simulation berechneten Wissenschaftler schließlich die kumulierten Wanderungsverluste für Gebührenländer in den Jahren 2006 bis 2010. Diese hielten sich mit 1,6 Prozent der Studienanfänger (15.800 Personen) sehr in Grenzen. Selbst in einem System, in dem ein kostenpflichtiges Studium neben einem kostenfreien existierte, gab es also nur einen sehr geringen Rückgang der Nachfrage nach Ausbildung an denjenigen Universitäten, die Gebühren erhoben.

          Diese Argumente befreien den Staat jedoch nicht von der Verantwortung, viel Sorgfalt in die Entwicklung eines sozialverträglich ausgestalteten Studiengebührenmodells zu stecken. Australien ist ein solches mit nachgelagerten Studiengebühren und dem „Higher Education Contribution Scheme“ (HECS) gelungen. Es wurde 1989 quasi über Nacht eingeführt und deckt die kompletten Studiengebühren ab. Bei Zahlungsaufforderung durch die Universität können sich die Studenten zu Beginn des Semesters für eine Teilnahme am HECS-System entscheiden und werden erst wieder nach Abschluss des Studiums und nur bei Überschreitung des Steuerfreibetrags zur Rückzahlung aufgefordert. Der staatliche Kredit ist mit einem realen Zins von null Prozent verzinst, das heißt, die Studenten zahlen zusätzlich zum geliehenen Geld nur einen Inflationsausgleich. Die Rückzahlungsrate ist progressiv und einkommensabhängig. Sie beginnt bei 4 Prozent des Einkommens oberhalb eines Schwellenwerts. Dieser liegt derzeit bei 53.345 australischen Dollar (rund 37.000 Euro) im Jahr und steigt schrittweise um 0,5 Prozentpunkte auf bis zu 8 Prozent an. Von einem oberen Jahreseinkommen von 99.070 australischen Dollar (rund 69.900 Euro) an verbleibt die Rückzahlungsrate stabil bei 8 Prozent. Die nachgelagerten Gebühren wirken damit wie eine Art Graduiertensteuer und belasten jeden Absolventen im Verlauf seines Erwerbslebens zu jedem Zeitpunkt nur so stark, dass er durch die Rückzahlungsforderungen nicht finanziell überfordert wird.

          Die jährlichen Verwaltungskosten des Systems sind mit weniger als 3 Prozent der Einnahmen sehr gering, da die Rückforderung des Darlehens über das australische Finanzamt erfolgt. Dieses berechnet zusätzlich zur Einkommensteuer die Kredittilgungsraten und zieht sie direkt vom Steuerzahler ein. Ein verwaltungstechnisch aufwendiger und somit teurer Umweg über eine staatliche Förderbank, wie er bei der Einführung von Studiengebühren in Deutschland beschritten wurde, ist daher offensichtlich nicht notwendig. Auch die Studenten, die keinen HECS-Kredit in Anspruch nehmen, profitieren vom System: Wer in Australien seine Studiengebühren direkt bei Fälligkeit begleicht, erhält einen Abschlag in Höhe von 20 Prozent.

          Ein „Bafög Plus“ wäre denkbar

          Für Deutschland wäre ein solches Modell nachgelagerter Studiengebühren ebenfalls eine gute Lösung. Die neuen staatlich unterstützten Darlehen für Studenten könnten unter dem Namen „Bafög Plus“ an das bestehende System der öffentlich finanzierten und subventionierten Kreditvergabe im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (Bafög) angegliedert werden.

          Aktuell haben Studierende darüber die Möglichkeit, während eines fünfjährigen Studiums ein Darlehen für den Lebensunterhalt von höchstens 670 Euro pro Monat - insgesamt bis zu 40200 Euro - zu erhalten. Die Hälfte des Geldes wird als Stipendium vergeben, die andere Hälfte muss nach Abschluss des Studiums zurückgezahlt werden. Dabei gibt es jedoch eine Kappungsgrenze für die maximale Rückzahlungssumme in Höhe von 10000 Euro. Anspruch auf Bafög hat jeder Student in Deutschland, der bestimmte Bedingungen erfüllt. In der Praxis spielt jedoch vor allem das Einkommen der Eltern sowie des Studenten die entscheidende Rolle.

          Bafög Plus stellt eine weiterentwickelte Form des Darlehens dar, das mögliche Studiengebühren abdecken würde und offen für alle Studenten wäre, unabhängig von ihrer finanziellen Situation oder der ihrer Angehörigen. Die Unterstützung zu den Lebenshaltungskosten, hälftig als Stipendium, hälftig als Darlehen, bliebe erhalten und würde weiterhin anhand einer Bedürftigkeitsprüfung zugesprochen.

          Darlehen im Rahmen von Bafög Plus, also auch jene, die aktuell unter dem normalen Bafög-System vergeben werden, würden künftig unter veränderten Bedingungen als vom Finanzamt verwaltete staatliche Kredite laufen, deren Rückzahlung nach Ende des Studiums vom individuellen Einkommen abhängt. Weil ein solches einkommensabhängiges Darlehen mit einer jährlichen Bedürftigkeitsprüfung einhergeht und die Rückzahlung an den späteren beruflichen Erfolg geknüpft ist, wären eine Kappungsgrenze und die damit verbundenen hohen Subventionen von bis zu 60 Prozent im Darlehensanteil (zusätzlich zum Stipendium) bei der Rückzahlung nicht mehr notwendig.

          Länder und Hochschulen könnten frei entscheiden

          Studiengebühren könnten auf Grundlage eines Bafög-Plus-Antrags der Studenten direkt vom Bafög-Amt bei der Hochschule beglichen werden. Bei der Festlegung der Höhe ihrer Gebühren wären Länder und Hochschulen frei. Modellrechnungen auf Basis von Einkommen deutscher Universitätsabsolventen über den Verlauf ihres Arbeitslebens hinweg zeigen, dass durch Bafög Plus Studiengebühren bis zu einer Obergrenze von jährlich 3500 Euro problemlos abgedeckt werden könnten. Da einige Absolventen aufgrund von Einkommen unterhalb des Schwellenwerts ihren Kredit nie oder nur teilweise zurückzahlen würden, hätten die staatlich subventionierten Bafög-Plus-Kredite zwar einen Schenkungsanteil von etwa 20 Prozent. Eine solche Subventionierung wäre jedoch deutlich niedriger als die derzeitige vollständige Übernahme aller Kosten der Hochschulausbildung durch den Steuerzahler.

          Einkommensabhängige Kredite haben zwei entscheidende Vorteile im Vergleich zu konventionellen Krediten. Zum einen versichern sie ihre Schuldner gegenüber Kreditausfallrisiken, da eine Rückzahlung nur dann erfolgt, wenn das individuelle Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Studenten gehen somit nicht das Risiko ein, aufgrund späterer Arbeitslosigkeit oder anderer Schicksalsschläge nicht in der Lage zu sein, ihren Studienkredit zu tilgen und unter den Folgen eines Eintrags in die Schufa-Liste zu leiden - beispielsweise bei dem Versuch, eine Hypothek aufzunehmen.

          Zum anderen stellen einkommensabhängige Kredite sicher, dass ehemalige Studenten in ihrem Konsum und ihren Ersparnissen nur so stark eingeschränkt werden, wie es bei der Höhe des aktuellen Einkommens vertretbar ist. Dabei berücksichtigen einkommensabhängige Kredite, dass Personen mit hohen Einkommen ihren Studienkredit relativ schnell zurückzahlen können, während Personen mit niedrigen Einkommen mehr Zeit benötigen, um ein Darlehen zu tilgen. Einkommensabhängige Kredite beinhalten somit eine andauernde Bedürftigkeitsprüfung über den Lebenszyklus hinweg, da jedes Jahr von neuem die Frage gestellt wird, ob eine Person in der Lage ist, ihren Kredit abzuzahlen oder nicht.

          Zusätzliche Mittel werden bald nötig werden

          Der Zeitpunkt für eine Reform ist günstig: Seit dem Januar 2015 hat der Bund die vollen Kosten des Bafögs übernommen, welche zuvor zu 45 Prozent von den Ländern mitgetragen wurden. Eigentlich hatten diese sich verpflichtet, die dadurch jährlich frei werdenden Mittel in Höhe von rund 1,17 Milliarden Euro den Hochschulen und Schulen zur Verfügung zu stellen, um den dortigen zusätzlichen Finanzbedarf abzumildern. Doch schon wenige Tage nach der Einigung gaben mehrere Landesregierungen bekannt, das eingesparte Geld für andere Zwecke zu verwenden.

          Angesichts der steigenden Studentenzahlen und der dramatischen Lage an den Hochschulen gilt: Zusätzliche Mittel für den tertiären Bildungsbereich werden schon sehr bald unvermeidlich sein, wenn ein gewisser Qualitätsstandard aufrechterhalten werden soll. Nach der Abschaffung des Kooperationsverbots hat der Bund nun die Wahl: Entweder er investiert selbst mehr Geld für Lehre in die Hochschullandschaft, oder er nimmt die Studenten in die Verantwortung für ihre eigene Ausbildung und ermöglicht über die Bereitstellung von zinssubventionierten Darlehen für nachgelagerte Studiengebühren einen sozial gerechten Zugang zu Hochschulbildung.

          Die öffentliche Unterstützung für diesen Schritt ist vorhanden: Eine klare Mehrheit der deutschen Bevölkerung (62 Prozent) spricht sich laut aktuellem Ifo-Bildungsbarometer dafür aus, dass Studenten über nachgelagerte Studiengebühren einen Teil ihrer Studienkosten selbst tragen sollten. Nur ein knappes Viertel ist dagegen. Jetzt fehlt nur noch die Politik.

          Die Autoren

          Katja M. Fels (31) ist Referentin für wirtschaftspolitische Kommunikation am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, zugleich arbeitet sie dort als Wissenschaftlerin. Sie hat Journalistik und Politikwissenschaften an den Universitäten Dortmund und Bochum studiert und ein Volontariat absolviert. Es folgte ein Aufbaustudium der Volkswirtschaftslehre an der Australian National University in Canberra, unter anderem bei Bruce Chapman, dem Vater des australischen Gebührensystems.

          Christoph M. Schmidt (52) ist Präsident des RWI, Professor an der Ruhr-Universität Bochum und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. In Canberra geboren, hat Schmidt Volkswirtschaftslehre in Mannheim studiert, er wurde in Princeton promoviert und habilitierte sich an der Universität München. Schon im Jahresgutachten 2009, an dem Schmidt beteiligt war, hatte der Rat die flächendeckende Erhebung von Studienbeiträgen empfohlen.

          Mathias G. Sinning (37) ist Senior Lecturer an der Crawford School of Public Policy der Australian National University und Research Fellow am RWI. Ein Schwerpunkt seiner Forschung sind Analysen zu neuen Anwendungsbereichen einkommensabhängiger Kredite. Mit Bruce Chapman hat er anhand von Modellrechnungen einen Mechanismus zur Finanzierung von Studiengebühren an deutschen Universitäten entwickelt. Der an der Ruhr-Universität Bochum promovierte Ökonom lebt und arbeitet seit 2008 in Australien.

          (hig.)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eines ist allen in der Union klar: Auch ein knappes Rennen, ja sogar ein knapper Sieg führen nicht automatisch ins Kanzleramt.

          Wer wird Bundeskanzler? : Laschets Kampf geht weiter

          Trotz herber Verluste will Armin Laschet weiter Kanzler werden – auch als Zweitplatzierter. Das ginge nur mit Grünen und FDP. Eine „Zukunftskoalition“ nennt er das. Söder spricht von einem „Bündnis der Vernunft“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.