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Daron Acemoglu : Der Reichtumshistoriker

  • Aktualisiert am

Daron Acemoglu Bild: Jared Leeds/Aurora Photos/laif

Warum sind einige Länder reich und andere arm? Warum schaffen manche den Aufstieg, und andere bleiben wirtschaftlich am Boden? Acemoglu hat eine faszinierende Antwort.

          Warum sind einige Länder reich und andere arm? Warum schaffen manche den Aufstieg, und andere bleiben wirtschaftlich am Boden? Eine faszinierende Antwort kommt von Daron Acemoglu am Massachusetts Institute of Technology mit seinem Harvard-Kollegen James Robinson im Buch „Why Nations Fail“.

          Er sagt: Es geht nicht um die Geografie und nicht um die Kultur. Alles liegt an der Ordnung des Staates. Und zwar daran, ob der Staat eher seine Bevölkerung ausbeutet oder ob er sie eher an den Früchten ihrer Arbeit teilhaben lässt. Wenn ein Staat die Menschen ausbeutet, haben sie bald zu wenig Anreiz, sich anzustrengen. Und lassen es oft bleiben. Auch Griechenland sieht Acemoglu eher auf der schlechten Seite. Der Beitritt zur EU habe den Druck von Griechenland genommen, seine Institutionen anzupassen.

          Mit seinen Thesen ist Acemoglu umstritten. Einige glauben seinen Daten und Ergebnissen nicht. Andere fragen weiter: Warum sind die Institutionen so, wie sie sind? Und wieder andere sagen: Institutionen sind nicht das Einzige, was eine Rolle spielt.

          Damit tobt um Acemoglus Buch exakt die Debatte, die sich um viele Werke der neueren Geschichtsforschung entzündet hat: Wo die einen absichtlich nur auf wenige Einflüsse blicken, um Zusammenhänge über viele Jahre überblicken zu können, halten andere das für zu einfach und sagen: Jede Episode muss genau angesehen und verstanden werden. Sicher ist aber: Kaum eine Frage braucht den langfristigen Blick so sehr wie die Frage, warum manche Länder dauerhaft arm bleiben.

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