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Flüchtlingsansturm : Wirtschaftsweise Schnabel schaltet sich in Mindestlohndebatte ein

Eine Schülerin aus dem afrikanischen Guinea lernt in einer Bremer Berufsschule das E-Schweißen. Bild: dpa

Der Mindestlohn in Deutschland verschlechtert die Aussichten für viele Flüchtlinge auf eine Stelle in Deutschland, sagt die anerkannte Ökonomin Isabel Schnabel. Dennoch warnt sie vor Ausnahmeregelungen.

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          Inmitten der Debatte um die möglichst zügige Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsprozess hat sich jetzt mit Isabel Schnabel eine renommierte Ökonomin zu Wort gemeldet. Als zynisch bezeichnete die Wirtschaftsweise die jüngsten Äußerungen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zum Mindestlohn und Flüchtlingsansturm: „Die jetzt in Deutschland eintreffenden Flüchtlinge kommen möglicherweise zu den Konditionen des Mindestlohnes gar nicht im deutschen Arbeitsmarkt an“, sagte Schnabel am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt. Die Professorin, die an der Universität Mainz lehrt, sitzt seit Juni 2014 als Wirtschaftsweise im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

          Bereits mit fast Mitte 40 eine steile Karriere hinter sich: Die renommierte Ökonomin Isabel Schnabel sitzt als Wirtschaftsweise im deutschen Sachverständigenrat.
          Ina Lockhart

          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          Nahles hatte in der vergangenen Woche den Mindestlohn als Schutz gegen Ausbeutung auf dem deutschen Jobmarkt verteidigt: „Mit diesen Haltelinien dämmen wir auch Risiken ein, dass Flüchtlinge, die zu uns kommen, auf unserem Arbeitsmarkt ausgebeutet werden.“ Unter anderem der Landkreistag als kommunaler Spitzenverband aller Landkreise hatte dafür plädiert, dass Asylbewerber vorübergehend vom Mindestlohn ausgenommen werden.

          Schnabel warnte vor einer solchen Ausnahmeregelung. „Ein solcher Ausschluss vom Mindestlohn birgt die Gefahr, dass so feindliche Stimmungen gegenüber den Flüchtlingen in der Bevölkerung angeheizt werden.“

          Hemmnis Mindestlohn

          Generell werde die seit Jahresanfang geltende Mindestlohnregelung, die eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde vorsieht, in der aktuellen Flüchtlingssituation zum Hemmnis. „Der Mindestlohn fällt uns jetzt auf die Füße.“

          Zum Qualifizierungsprofil der Flüchtlinge gebe es bislang keine belastbaren Informationen. „Fest steht, dass nicht alle syrische Ärzte sind“, sagte sie in Anspielung auf kursierende stereotype Vorstellungen. „Unter ihnen sind auch eine Reihe von Analphabeten. Gleichzeitig seien bei den meisten die deutschen Sprachkenntnisse gleich null.“

          Mit Blick auf die Überalterung der deutschen Bevölkerung sei die gute Nachricht, dass die Flüchtlinge - vornehmlich jung und männlich - eine andere Altersstruktur als die deutsche Bevölkerung hätten.

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          Angesprochen auf die 10 Milliarden Euro, die das Ifo-Institut als Kosten für die Flüchtlinge berechnet hat, sagte Schnabel, dass das Geld nicht der entscheidende Punkt sei - auch wenn die Kommunen natürlich mit dem Ansturm der Flüchtlinge überfordert seien. „Viel wichtiger ist, was die Politik tut, um die Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

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