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Drohende Strafzölle : Wirtschaftsweiser rät zu mehr Unabhängigkeit von Amerika

  • Aktualisiert am

Die Folgen für den Welthandel sind noch nicht abzusehen. Bild: dpa

Christoph Schmidt, der Chef der Wirtschaftsweisen, plädiert für einen besonnenen Umgang mit Trumps Ankündigungen von Strafzöllen.

          Nach der Strafzoll-Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump rät der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, Europa zu mehr Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten. „Da Präsident Trump offenbar darauf aus ist, die Grenzen zu testen, ist es wohl unvermeidlich, irgendwann freundlich, aber bestimmt die eigenen Möglichkeiten der Gegenmaßnahmen zu zeigen“, sagte Schmidt der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ vom Dienstag. Gleichzeitig könne die Europäische Union (EU) jedoch versuchen, den Handel mit anderen Regionen zu intensivieren.

          So könne die EU zum einen unabhängiger von den Vereinigten Staaten werden und zum anderen die Vorteile des freien Handels aufzeigen, sagte Schmidt. In einem Handelskrieg dagegen „würden alle verlieren und keiner gewinnen.“ Die gesteigerte internationale Arbeitsteilung der vergangenen Jahrzehnte habe für alle Beteiligten große Wohlfahrtsgewinne gebracht.

          In einem Handelskrieg sei die Welt gleichwohl „noch lange nicht“, sagte Schmidt. „Wir sollten ihn auch nicht aktiv anstreben“, fügte er hinzu. „Man sollte nicht in die Falle tappen, sich über die grobe Rhetorik und die plumpen Argumente des amerikanischen Präsidenten so aufzuregen, dass die eigene markige Wortwahl dann wieder nur die Eskalation zulässt“, sagte der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung.

          Trump hatte in der vergangenen Woche hohe Strafzölle auf Stahl und Aluminium angekündigt. Die EU warnte daraufhin mit Gegenmaßnahmen, woraufhin Trump nachlegte und mit Strafzöllen auf Autos aus der EU drohte. Von der massiven Kritik zeigte Trump sich bisher unbeeindruckt – am Montag reagierte er mit dem wiederholten Vorwurf, die Vereinigten Staaten würden im internationalen Handel bisher ausgetrickst.

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