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Wirtschaftswachstum : Deutschland behält die rote Laterne

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          1 Min.

          Norbert Walter, seines Zeichens Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sieht für Deutschland auf absehbare Zeit noch kein Licht am Ende des Tunnels. Laut Walter droht Deutschland weiterhin Schlusslicht beim Wachstum in der EU zu bleiben.

          Die Gründe für diese pessimistische Zukunftsprognose liegen nach Ansicht Walters, im nationalen sowie internationalen Bereich. Im nationalen Sektor sieht der Chefvolkswirt vor allem die „deutlich überhöhten Lohnabschlüsse“ wie die 3,3 Prozent in der Chemieindustrie als Hemmschuh für einen schnellen Konjunkturaufschwung an. Darüber hinaus tut die Schieflage vieler Firmen ihr übriges.

          Deutschland erst 2003 wieder wirtschaftspolitisch handlungsfähig

          Auf internationalem Parkett sind vor allem die Rezession in Japan sowie die Krisen im Nahen Osten und in Argentinien ungewisse Größen, die die Zweifel an einem raschen Wirtschaftswachstum nähren. Fatal ist auch die wirtschaftspolitische Lage. Aufgrund der Bundestagswahlen am 22. September wird Deutschland faktisch erst 2003 wieder wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit erreichen, so der Wirtschaftswissenschaftler in einer Rede auf der Jahrestagung des Verbands der Metall und Elektroindustrie Rheinland-Rheinhessen.

          Erneute Schrumpfung der Wirtschaft

          Auch nach Ansicht weiterer Experten kommt die deutsche Wirtschaft nur mühsam in Gang. So ist laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Konjunkturmotor zu Beginn des Jahres nicht angesprungen. Vielmehr sei in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres das Bruttoinlandsprodukt mit 0,1 Prozent sogar leicht rückläufig gewesen. Und auch die Signale vom Arbeitsmarkt blieben negativ. Eine schwache Inlandsnachfrage sowie ein Investitionsrückgang seien für die Stagnation mitverantwortlich, so das Institut.

          Spürbare Besserung im zweiten Quartal

          Für das zweite Quartal erwarten die Wirtschaftsexperten jedoch eine „merkliche Beschleunigung“ der Konjunkturentwicklung. Aber „auf eine sprunghafte Aufwärtsentwicklung - und damit auf den typischen Beginn eines Aufschwungs - lassen die Indikatoren jedoch noch nicht schließen“. Für das Gesamtjahr 2002 bleibt das DIW bei ihrem zuvor prognostiziertem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent. Für den weiteren Jahresverlauf setzen die Experten des DIW vor allem auf die USA. Ein Anspringen des amerikanischen Konjunkturmotors dürfte auch Deutschland beflügeln. Zwar werden die Investitionen wieder Anspringen, doch mit einem deutlichen Zuwachs der privaten Ausgaben sei nicht zu rechnen, so das DIW.

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