https://www.faz.net/-gqe-90nmn

Zypries gefällt das nicht : Vermögensteuerstudie auf Eis

Die umstrittene Studie stammt aus dem Ifo-Institut. Bild: dpa

Eine Simulation des Ifo-Instituts, die sich mit den Folgen einer Vermögensteuer beschäftigt, ist fertig, wird aber nicht veröffentlicht. Der Grund ist offenbar, dass die Wirtschaftsministerin unzufrieden damit war.

          Die Einführung einer Vermögensteuer rechnet sich für Deutschland nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Simulationsstudie, die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) im März beim Münchner Ifo-Institut und den Beratern von EY in Auftrag gegeben hatte – zum Ärger des für Steuerpolitik eigentlich zuständigen Bundesfinanzministeriums.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Seit die Ergebnisse aber nun da sind, liegt die Studie im Wirtschaftsministerium auf Eis. Die SPD-Ministerin ist unzufrieden mit den Ergebnissen, die offensichtlich nicht ihren Erwartungen entsprechen.

          Verluste „katastrophal“

          Wie zu hören ist, hat das Ifo-Institut viele unterschiedliche denkbare Szenarien durchgerechnet. Alle kämen jedoch zu dem Ergebnis, dass eine Vermögensteuer das Wirtschaftswachstum bremse. Das wiederum führe zu Einbußen bei anderen Steuern, unter dem Strich seien die Verluste auf zehn Jahre hochgerechnet „katastrophal“. Man könne es drehen und wenden wie man wolle, durch eine Vermögensteuer werde in Deutschland der Wohlstand nicht gemehrt, weil die Auswirkungen dieser Substanzsteuer auf die Gesamtwirtschaft negativ seien.

          Die Vermögensteuer wird seit 1997 in Deutschland wegen verfassungsrechtlicher Probleme nicht mehr erhoben. Teile der SPD liebäugeln mit der Wiedereinführung, ebenso Grüne und Linke. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hatte vor einem Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als es das potentielle Aufkommen einer Vermögensteuer in Deutschland auf 10 bis 20 Milliarden Euro im Jahr bezifferte. Die meisten Finanzwissenschaftler warnen aber vor einer Vermögensteuer. Der Wirtschafts-Sachverständigenrat erwartet für diesen Fall ebenfalls negative gesamtwirtschaftliche Folgen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sri Lanka : Mehr als 130 Tote bei Anschlägen in Kirchen und Hotels

          Eine Serie von Bombenanschlägen in Sri Lanka hat am Ostersamstag mehr als 130 Menschenleben gefordert. In drei katholischen Kirchen und drei Luxus-Hotels explodierten binnen einer halben Stunde Sprengsätze. Unter den vielen Opfern sind auch Ausländer.

          Bundeswehr : Soldaten posten offen Rechtsradikales

          Neue Vorwürfe über rechte Gesinnung bei Bundeswehrsoldaten: Ein Informant soll in sozialen Netzwerken Hunderte Beispiele für radikales Gedankengut gesammelt haben. Seine Vorgesetzten hätten das nicht ernst genommen.

          Borussia Dortmund : Favre stört die Diskussion um Reus

          Nach dem Sieg der Bayern müssen die Dortmunder im Titelrennen der Bundesliga nachlegen. Doch es wartet eine knifflige Aufgabe auf die Borussia. Und dann ist da noch der schwächelnde Kapitän.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.