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Zuwanderung : Wie lässt sich die Armut in der Welt abbauen?

  • -Aktualisiert am

Zaun der Hoffnung: Menschen versuchen die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Eyklave Melilla zu überwinden. Bild: AFP

Viele Menschen könnten der bitteren Armut entkommen, in der sie leben, wenn sie überall auf der Welt ihre Arbeit anbieten dürften. Wer staatliche Zuwanderungsschranken verteidigt, argumentiert gegen die Freizügigkeit. Kann man das verantworten?

          Die Ungleichheit zwischen armen und reichen Menschen in der Welt ergibt sich teils aus der Ungleichheit der Einkommensverteilungen innerhalb von Volkswirtschaften, teils aus der Ungleichheit zwischen armen und reichen Ländern. Zwar nimmt die Ungleichheit der Einkommensverteilungen in vielen Ländern zu, aber die Ungleichheit zwischen armen und reichen Ländern nimmt eher ab, weil gerade einige der volkreichsten Länder (wie China, immer noch auch Indien) viel schneller als der reiche Westen wachsen. Auch heute noch dürfte die Ungleichheit zwischen den Volkswirtschaften die wichtigere Determinante der Ungleichheit zwischen den Menschen in der Welt sein als die Ungleichheit innerhalb der Volkswirtschaften.

          Das legt ein Gedankenexperiment nahe: Wenn jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Staatsbürgerschaft oder sonstigen staatlichen Restriktionen überall seine Arbeitskraft anbieten dürfte, dann müsste die Länderkomponente der Ungleichheit zwischen den Menschen deutlich an Gewicht verlieren, dann könnten viele Menschen schon bald bitterer Armut entkommen. Umsiedlungskosten und Sprachbarrieren würden den Trend zur Angleichung der Arbeitseinkommen zwischen den Ländern verlangsamen, aber den Trend gäbe es. Für Müllmänner und Putzfrauen aus Kalkutta, Lagos oder Casablanca wäre zweifellos schon die Hälfte der ortsüblichen Löhne in Zürich, Paris oder Frankfurt recht attraktiv. Je ernsthafter man das Problem der weltweiten Armut durchdenkt, desto weniger kann man sich von mehr Entwicklungshilfe versprechen. Noch nicht einmal der Freihandel zwischen den Nationen kann so schnell so viel verändern wie Freizügigkeit. Wer staatliche Zuwanderungsschranken in reichen Ländern gegen Armutszuwanderung verteidigt, der argumentiert gegen die am schnellsten wirksame denkbare Maßnahme zum Abbau der Armut in der Welt. Kann man das verantworten?

          Eine denkbare Verteidigungslinie gegen die Forderung nach bedingungsloser Öffnung der Grenzen der reichen Länder für arme Zuwanderer ist, dass man offen zugibt, dass jeder sich selbst der Nächste ist, dass die Bürger und Wähler der westlichen Wohlstandsinseln schon mit Rücksicht auf ihre einkommensschwächsten Mitglieder einen bedingungslosen Zuzug nicht zulassen können. Solche Argumente implizieren bei den Armen der reichen Länder rein eigennütziges Denken, bei den Reichen der reichen Länder aber eine problematische Grenze von Mitmenschlichkeit und Altruismus oder eine dualistische Ethik: Auf die Landsleute, die sich keinen Neuwagen, sondern nur einen Gebrauchtwagen leisten können, nimmt man Rücksicht, auf Fremde aber nicht, obwohl denen manchmal die zweite Mahlzeit am Tag fehlt. Eine Argumentation, die auf Eigennutz und dualistischer Ethik aufbaut, wird bei vielen Menschen einen unangenehmen Nachgeschmack oder ein schlechtes Gewissen hinterlassen. Denn wir Menschen sind etwas altruistischer, als es einfache Versionen der ökonomischen Theorie behaupten.

          Warum ist das Land, in dem man seine Arbeitskraft anbietet, so wichtig?

          Es gibt noch eine denkbare andere Verteidigungslinie, zu der mich der britische Ökonom Paul Collier mit seinem Buch „Exodus“ inspiriert hat. Collier stammt selbst von einem deutschen Einwanderer nach England ab. Er ist vor allem durch seine Studien zum Schicksal der ärmsten Milliarde bekannt geworden, also einer der führenden Experten für das Armutsproblem in globaler Perspektive. Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist dabei die Einsicht, dass bei vielen Tätigkeiten – man denke an Müllmänner und Putzfrauen, an Gärtner oder Verkäuferinnen, aber auch an Rechtsanwälte, Ärztinnen oder Polizisten – weniger die Qualifikation oder die Sorgfalt bei der Arbeit als vielmehr der Ort, wo die Tätigkeit ausgeübt wird, die Entlohnung bestimmt. Deshalb sind die staatlichen Zuwanderungsschranken reicher Länder für die Ärmsten der Welt so ein Ärgernis, dass sie ihr Leben riskieren und sich kriminellen Schleusern anvertrauen, um illegal in ein reiches Land zu gelangen, wo auch die Armen in der Regel satt werden oder sich sogar ein gebrauchtes Auto leisten können. Aber warum ist der Ort, das Land oder die Volkswirtschaft, wo man seine Arbeitskraft anbietet, so wichtig? Weil die Zahlungsfähigkeit und Zahlungsbereitschaft vom Wohlstand der Käufer von Gütern und Dienstleistungen abhängt, geht es dem Arbeitsanbieter in einem wohlhabenden Umfeld besser als in einem armen.

          Daraus ergibt sich die Frage: Warum sind manche Länder arm und andere reich? Bei allen Unterschieden im Detail geben viele Sozialwissenschaftler folgende Antwort: Es liegt an den Institutionen der Länder oder den sozialen Normen oder den dominanten Verhaltensweisen oder der Kultur oder den Traditionen oder der Sicherheit der Eigentumsrechte und dem Ausmaß der wirtschaftlichen Freiheit. Unter dem Gesichtspunkt der Wohlstandsmaximierung – nur darum geht es hier – sind verschiedene Institutionen und Kulturen nun mal nicht gleichwertig. In dieser Hinsicht ist der Westen anderen Zivilisationen überlegen, weshalb Millionen Menschen aus fremden Ländern und Kulturen am liebsten in den Westen kommen möchten. Das impliziert bei den Zuwanderern nicht unbedingt die Bereitschaft zur Übernahme oder auch nur Respektierung westlicher Werte, zur Integration oder Assimilation, aber die Hoffnung auf Teilhabe am westlichen Wohlstand. Weil kulturell dem Westen besonders fernstehende Gesellschaften besonders arm sind, sind die Migrationsanreize gerade für die Menschen am stärksten, denen die Assimilation oder Integration in westlichen Gesellschaften am schwersten fällt.

          Auch wenn man weder die Präzision noch den Grad der Gewissheit unseres Wissens über die Bestimmungsgründe von Wohlstand und Wachstum überschätzen sollte, stellt sich dann die Frage, ob die Institutionen der reichen Länder des Westens eine Massenzuwanderung schadlos überstehen. Zuwanderer bringen ja ihre eigenen Normen, Verhaltensweisen, Kulturen und Traditionen mit. Je isolierter die Zuwanderer gegenüber Einflüssen aus der alten Heimat sind, desto stärker und unbequemer wird der Assimilations- und Integrationsdruck. Die Gefährdung der Institutionen des Aufnahmelandes wird bei einer kleinen Zahl von Zuwanderern aus möglichst verschiedenen Herkunftsländern und Kulturen minimiert. Kettenzuwanderung von Verwandten oder Menschen aus dem gleichen Dorf oder auch nur dem gleichen Heimatland erleichtert zwar das Einleben der Zuwanderer, verlangsamt aber zugleich das Tempo der Integration und Assimilation, weil man ja im Gastland zumindest teilweise unter Seinesgleichen bleiben kann und mit den vertrauten Gewohnheiten weiterleben kann. Das gilt umso mehr, je umfangreicher die Parallelgesellschaften werden. Wenn die Parallelgesellschaften groß und homogen genug sind, kommen Zuwanderer sogar mit minimalen Sprachkenntnissen aus.

          Zuwanderer können einen wertvollen Beitrag leisten

          Massenzuwanderung aus armen in reiche Gesellschaften, vor allem Kettenzuwanderung aus der gleichen Herkunftsgesellschaft oder Zivilisation und die Entstehung von Parallelgesellschaften, sollte deshalb als Gefährdung der institutionellen Stabilität westlicher Länder erkannt werden. Je schneller die vorhandenen Zuwanderer assimiliert und integriert werden, was man etwa am Schulerfolg bei Kindern und beruflichem Erfolg oder Arbeitseinkommen bei Erwachsenen ablesen kann, desto mehr neue Zuwanderer kann eine Gesellschaft aufnehmen, ohne ihre institutionelle Stabilität zu gefährden.

          In ergrauenden Gesellschaften können schnell und nachhaltig ins Arbeitsleben integrierte Zuwanderer sogar noch einen wertvollen Beitrag zur Milderung von Problemen des Aufnahmelandes leisten. Je mehr sich das Aufnahmeland – ähnlich wie Kanada und Australien – die Auswahl der Zuwanderer vorbehält und dabei den heimischen Arbeitsmarkt im Auge hat, desto eher werden Assimilation oder Integration gelingen.

          Wie leicht oder schwer die Integration von Zuwanderern in westliche Arbeitsmärkte gelingt, ist auch eine Frage der technologischen Entwicklung. Nach dem amerikanischen Ökonomen Tyler Cowen werden Elektronik, Computer und künstliche Intelligenz die Arbeitswelt so verändern, dass beruflicher Erfolg in Zukunft mehr und mehr davon abhängt, ob man mit dem Computer umgehen kann, ob die eigene Arbeit dadurch produktiver wird. Das ist nicht nur eine Frage von Intelligenz und Ausbildung, sondern auch von Selbstdisziplin, Sorgfalt und Lernbereitschaft. Hauptopfer dieser Entwicklung sind vor allem Männer aus bildungsfernen Schichten, denn Körperkraft zählt auf modernen Arbeitsmärkten immer weniger. Für Migranten bedeutet diese Umstrukturierung und der damit vielleicht verbundene Abwärtsmobilitätsdruck für Teile der einheimischen Mittelschichten eine zusätzliche Schwierigkeit bei der Integration in westliche Arbeitsmärkte.

          Arme Länder profitieren von den Vorteilen der Rückständigkeit

          Kann man die Abwehr von Massenzuwanderung aus armen Entwicklungsländern in die reichen Länder des Westens nur mit dem eigennützigen Interesse der Bewohner der reichen Länder des Westens – dazu gehören auch die Zuwanderer, die dort schon eine dauernde Aufenthalts- und Arbeitsberechtigung erhalten haben – an der Erhaltung ihrer Institutionen und des dadurch ermöglichten Wohlstands rechtfertigen? Wenn das so wäre, würden und sollten viele Menschen in den reichen Ländern des Westens immer noch ein schlechtes Gewissen bei der Verteidigung von staatlichen Beschränkungen bei der Massenzuwanderung haben: Darf man den eigenen Wohlstand und Überfluss mit andauernder Not der Ausgesperrten erkaufen?

          Damit stellt sich die Frage, ob auch die Masse der Bevölkerungen in den armen Entwicklungsländern ein Interesse an der Erhaltung der institutionellen Stabilität und des daraus resultierenden Wohlstandes in den reichen Ländern des Westens haben könnte. Dieser Gedanke wird manchen Menschen gewagt, anderen aber gar absurd vorkommen. Er ist aber weder das eine noch das andere. In der auf Ländervergleichen beruhenden ökonometrischen Wachstumsforschung ist vieles umstritten, sind wenige Effekte wirklich robust und leicht replizierbar. Aber wir wissen, dass die potentiellen Wachstumsraten in ärmeren Ländern deutlich höher als in reicheren Ländern sind. Nicht nur in Asien, sondern im letzten Jahrzehnt auch in Afrika, dem ärmsten Kontinent der Erde, wachsen viele Volkswirtschaften wesentlich schneller als im reichen Westen. Wie kann man das erklären? Kurz gesagt, arme Länder profitieren von den Vorteilen der Rückständigkeit.

          Denn arme Länder können Technologien von reichen Ländern übernehmen, von dort Wissen importieren, sich an Organisationsformen westlicher Unternehmen oder am westlichen Wirtschaftsrecht orientieren – wie es Japan recht erfolgreich schon im 19. Jahrhundert getan hat. Bei diesem Aufholprozess werden immer mehr Menschen aus wenig produktiver Verwendung in der Landwirtschaft auf produktivere Arbeitsplätze in der Industrie oder im Dienstleistungssektor umgesetzt. Arme Länder können auch von Auslandsinvestitionen oder aufnahmebereiten und kaufkräftigen Märkten im Westen profitieren. Die Wirtschaftswunderländer Ostasiens haben die Wohlstandslücke zum Westen ja auf dem Weg eines exportorientierten Wachstums verringert oder geschlossen.

          Ohne institutionelle Stabilität und dem daraus resultierenden technologischen Fortschritt und Wohlstand im Westen könnte es keine Vorteile der Rückständigkeit für den Rest der Welt geben. Wegen der Vorteile der Rückständigkeit kann die Ungleichheit zwischen den Nationen durchaus globale Wachstumsimpulse vermitteln. Möglicherweise werden die Vorteile der Rückständigkeit auch durch sozialpsychologische Prozesse verstärkt. Der Wertewandel in den reichen Ländern kann mit zunehmendem Wohlstand den Leistungswillen oder auch „materialistische Werte“ untergraben. Soweit das der Fall ist, sind Zuwanderer mit Aufstiegswillen eine echte Bereicherung der aufnehmenden Gesellschaft. Vor allem bei vielen asiatischen Zuwanderern in den Vereinigten Staaten kann man das beobachten.

          Verzweiflung der Zuwanderer

          Wenn es Vorteile der Rückständigkeit gibt, dann haben die Menschen in den armen Ländern ein objektives Interesse am Erhalt von institutioneller Stabilität und Wohlstand im Westen. Mit objektivem Interesse meine ich, dass sie dieses Interesse haben, solange sie wohlhabender werden wollen, unabhängig davon, ob sie es wissen oder nicht, dass ihre Chancen, in der Heimat aus Hunger und Not herauszuwachsen, wesentlich auch von der Erhaltung der Institutionen und des Wohlstandes im Westen abhängen. Deshalb können Zuwanderungsschranken reicher Länder gegen Armutsflüchtlinge nicht nur mit den eigennützigen Interessen der dort schon lebenden Menschen, sondern sogar mit den Interessen der Ausgesperrten gerechtfertigt werden.

          Die Vorteile der Rückständigkeit, die die ausgesperrten Armen genießen, sind ein externer Effekt westlicher Institutionen und westlichen Wohlstands. Dieser Effekt wirkt gleich doppelt: Denn die Vorteile der Rückständigkeit bedeuten nicht nur, dass arme Länder schneller als reiche wachsen können, wenn die eigenen Institutionen und die eigene Politik nicht allzu wachstumshemmend sind, sondern auch, dass die Nachzügler der weltwirtschaftlichen Entwicklung auf jedem Wohlstandsniveau schon gesünder und länger leben können, als es die westlichen Pioniere der wirtschaftlichen Entwicklung auf demselben Einkommensniveau taten. Der medizinische Fortschritt in den reichen Ländern wirkt sich auch in den armen Ländern positiv aus.

          Sofern Massenzuwanderung aus armen in reiche Länder dort die institutionelle Stabilität und damit eine Voraussetzung von Wachstum und Wohlstand, auch von Vorteilen der Rückständigkeit für die Menschen außerhalb des Westens, untergräbt, lässt sich eine Begrenzung der Massenzuwanderung auch unter universell humanitären Gesichtspunkten und nicht nur mit Hilfe einer dualistischen Ethik rechtfertigen. Obwohl unser Erkenntnisstand meines Wissens keine Angabe der Gefährdungsschwellen für Zuwanderung in westliche Gesellschaften erlaubt, habe ich nicht den Eindruck, dass westliche Länder diese Schwellen schon überschritten haben. Ertrinkende Flüchtlinge vor Lampedusa oder Angriffe von afrikanischen Flüchtlingen auf die Grenzbefestigungen der spanischen Exklaven in Nordafrika, Ceuta und Mellila, illustrieren die Verzweiflung der Zuwanderer und das Ausmaß des Migrationsdrucks. Wenn man den erwarteten Bevölkerungszuwachs in Afrika, die jedenfalls nicht abnehmende Wohlstandslücke und Umfragen in Entwicklungsländern über die Migrationsbereitschaft bedenkt, dann sollte man mit massiv zunehmendem Migrationsdruck rechnen.

          Wie kann man die institutionelle Stabilität der Aufnahmeländer festigen? Man muss darüber nachdenken, wie man die Gefährdungsschwelle für die institutionelle Stabilität der Aufnahmeländer hinausschieben kann, auch was man nicht tun sollte, weil es die Gefährdungsschwelle vorverlegt. Oben hatte ich schon auf die Verlangsamung von Assimilation und Integration hingewiesen, wenn die Masse der Zuwanderer in ein Zielland gleicher Herkunft ist, wenn es Kettenzuwanderung und deshalb auch Parallelgesellschaften gibt. Unter dem Gesichtspunkt von Assimilation und Integration problematisch ist auch ein großzügiger Sozialstaat, der ja nicht nur für Arbeitswillige und damit über den Arbeitsmarkt integrierbare Zuwanderer attraktiv ist, sondern auch für diejenigen, die sich ein Leben ohne Arbeit vorstellen können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass westliche Sozialleistungen umso großzügiger erscheinen müssen, je ärmer die Heimat des Zuwanderers ist.

          Der Bezug von Sozialtransfers kann nur zur Verlangsamung der Integration von Zuwanderern beitragen. Im Ganzen sind die Vereinigten Staaten wohl auch deshalb erfolgreicher als Europa bei der Integration von Zuwanderern, weil der Sozialstaat dort nicht europäische Ausmaße der Großzügigkeit erreicht hat. Allerdings unterscheiden sich die Vereinigten Staaten und Europa auch darin, dass es in den Staaten, auch unter Präsident Obama, durchaus Massenabschiebungen von Zuwanderern gegeben hat, in Europa aber nicht.

          Zum Schluss soll noch vor einem weitverbreiteten Fehlschluss gewarnt werden: Eine alternde und schrumpfende einheimische Bevölkerung macht ein Land nicht etwa aufnahmefähiger für wirklich fremde Zuwanderer aus armen Ländern, weil man Arbeitskräfte braucht. Mit einer schrumpfenden einheimischen Jugend und Arbeitsbevölkerung sinkt die Assimilations- und Integrationskraft von Aufnahmeländern, wie man an Schulen und Stadtvierteln mancher europäischer Großstädte schon jetzt beobachten kann. Wer das nicht bedenkt, gefährdet zuerst die institutionelle Stabilität, dann den Wohlstand der künftig im Lande lebenden Menschen einheimischer und fremder Abstammung und am Ende auch die Vorteile der Rückständigkeit für die armen Menschen, die man nicht hereinlässt.

          Erich Weede ist diplomierter Psychologe, promovierter und habilitierter Politikwissenschaftler und emeritierter Professor für Soziologie (Universität Bonn). Bekannt ist der Hayek-Anhänger für seine unerschrockenen und scharfen Analysen brisanter Themen, ob Euro-Rettung oder Migration. In den vergangenen Jahren hat er sich viel mit Fragen der Politischen Ökonomik beschäftigt. Seine Vorstellungen zum Zusammenhang von Institutionen einerseits und Wohlstand und Wachstum andererseits finden sich in seiner Schrift „Freiheit und Verantwortung, Aufstieg und Niedergang“ (Mohr Siebeck, Tübingen 2012).

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