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Zusatzbeiträge : Kassen-Politik

  • -Aktualisiert am

Mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen um Wohle der Kunden, verspricht die Regierung. Was sie nicht sagt: Die meisten Leistungen sind ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Echte Konkurrenz sieht anders aus.

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          In diesen Tagen wird Millionen Versicherten bewusst, dass die große Koalition auch die Krankenkassenbeiträge neu geregelt hat. Während das Auf und Ab des Rentenbeitragssatzes stets für heiße Debatten sorgt, hat es CDU-Gesundheitsminister Gröhe vermocht, sein Gesetz im Juni ohne starkes Echo durchs Parlament zu bringen. Schließlich konnte noch niemand absehen, ob er zu den Gewinnern oder Verlierern der schwer verständlichen Strukturreform gehören würde.

          Dies wird erst jetzt langsam klar, da die Kassen über ihre Beitragssätze für 2015 informieren: Je nachdem, wie gut eine Kasse wirtschaftet, muss sie auf den (von bisher 15,5 auf nun 14,6 Prozent gesenkten) allgemeinen Beitragssatz einen – größeren oder kleineren – Zusatzbeitrag draufschlagen.

          Weil die Sätze so wieder besser vergleichbar seien, werde der Wettbewerb zwischen den Kassen zum Wohle der Versicherten erhöht, sagt die Regierung. Was sie nicht sagt: Viel Konkurrenz kann das nicht werden, die meisten Leistungen sind ja gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem stehen von nun an vor allem die Kassen in der Kritik, wenn die Beitragssätze wie absehbar bald kräftiger steigen. Die Politik zieht sich mit der Reform elegant in die zweite Reihe zurück.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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