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Statistisches Bundesamt : Weniger Geringqualifizierte in Deutschland

  • Aktualisiert am

Abiturprüfung: Ohne Bildung ist das Armutsrisiko in Deutschland deutlich höher. Bild: dpa

Das Statistische Bundesamt macht aus einer guten Nachricht eine schlechte: In Deutschland gibt es immer weniger Geringqualifizierte. Doch das Amt spricht nur über das höhere Armutsrisiko.

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          Die Zahl der Geringqualifizierten ist in Deutschland in den vergangenen zehn Jahr stark gesunken. Lag der Anteil der Menschen mit niedrigem Bildungsstand 2005 noch bei 16,9 Prozent der Gesamtbevölkerung, waren es 2014 nur noch 13,1 Prozent. Das geht aus neuen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlicht hat.

          Besonders stark zurückgegangen ist dabei der Anteil der weiblichen Geringqualifizierten. 2014 lag der Anteil in dieser Gruppe bei 14,9 Prozent. 2005 waren es noch 20,3 Prozent. Bei den männlichen Geringqualifizierten ging der Anteil von 13,4 Prozent auf 11,3 Prozent zurück. Geringqualifiziert ist nach Definition des Bundesamts, wer höchstens einen Realschulabschluss und keinen Berufsabschluss hat.

          Höheres Armutsrisiko für Geringqualifizierte

          Zugleich stieg für diejenigen, die nach wie vor zu der Gruppe der Geringqualifizierten gehören, die Gefahr, in Armut abzurutschen. Beinahe ein Drittel der Geringqualifizierten im Alter von mehr als 25 Jahren galten 2014 als „armutsgefährdet“. 2005 waren es weniger als ein Viertel. Zwischen den alten und den neuen Bundesländern gibt es dabei große Unterschiede. So lag der Anteil der armutsgefährdeten Geringqualifizierten in Ostdeutschland bei 37,5 Prozent. In den alten Bundesländern (ohne Berlin) waren es 29,8 Prozent. Vor zehn Jahren lag der Anteil in den neuen Ländern bei 28,6 Prozent und in den alten bei 22,3 Prozent.

          Allerdings: Weil der Anteil der Personen, die überhaupt als geringqualifiziert gelten, schrumpfte hat sich in Summe wahrscheinlich wenig an der Zahl der geringqualifizierten Armutsgefährdeten verändert.

          Armutsrisiko insgesamt seit Jahren stabil

          Auch insgesamt ist der Anteil der Deutschen, die in die Armut abzurutschen drohen, in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben. Sie lag 2014 bei 15,4 Prozent. Vor zehn Jahren war die Quote mit 14,7 Prozent nur unwesentlich niedriger. Auch hier lag der Anteil zuletzt mit 19,2 Prozent in den neuen Bundesländern klar über dem in den neuen Bundesländern mit 14,5 Prozent.

          Bild: dpa

          Als armutsgefährdet gilt, wer einschließlich staatlicher Hilfen wie Wohn- oder Kindergeld weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erzielt. 2014 lag diese Schwelle für einen Einpersonenhaushalt nach Angaben des Statistischen Bundesamt bei 917 Euro im Monat.

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