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„Wunderbare“ Geldpolitik : Hitler-Äußerungen: Japanische Zentralbank entschuldigt sich

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Die Äußerungen eines Führungsmitglieds der japanischen Zentralbank hatten für Unmut gesorgt. Bild: dpa

Hitler habe in den Dreißigerjahren „wunderbare“ geldpolitische Maßnahmen ergriffen. Das hat ein Führungsmitglied der japanischen Zentralbank gesagt. Jetzt rudert er zurück und entschuldigt sich.

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          Die japanische Zentralbank hat sich für die Äußerungen ihres Führungsmitglieds Yutaka Harada zur Wirtschaftspolitik von Adolf Hitler entschuldigt. „Die Bank von Japan sieht mit Bedauern die Tatsache, dass die Bemerkungen eines ihrer Vorstandsmitglieder ein Missverständnis verursacht haben“, erklärte die Notenbank am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Sie wird dafür sorgen, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholen wird.“ Auch Harada selbst - der als Mitglied des neunköpfigen Führungsgremiums der Notenbank über die Geldpolitik mitentscheidet - sah sich zu einer Erklärung genötigt.

          „Ich hatte überhaupt nicht die Absicht, Hitlers Wirtschaftspolitik zu rechtfertigen“, wird er von der Zentralbank zitiert. Er habe in seinen Bemerkungen klar darauf hingewiesen, dass Hitler mit seiner Politik eine Tragödie verursacht habe. „Ich möchte meine aufrichtige Entschuldigung für alle Missverständnisse anbieten, die meine Wortwahl verursacht haben könnte“, betonte Harada.

          In einem Seminar hatte er am Donnerstag in Tokio gesagt, der NS-Führer habe in den Dreißigerjahren „wunderbare“ geldpolitische und haushaltspolitische Maßnahmen zum Ankurbeln der Wirtschaft ergriffen. Auch wenn Hitler mit dem Holocaust und dem Blutzoll des Zweiten Weltkrieges etwas Schreckliches angerichtet habe, sei sein wirtschaftspolitischer Ansatz angebracht gewesen: „Was ich sagen will ist, dass jemand angemessene fiskalische und geldpolitische Maßnahmen hätte ergreifen sollen, bevor es dann Hitler tat“, sagte Harada. Japan war im Zweiten Weltkrieg mit Deutschland und Italien verbündet.

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