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„Niveau zu gering“ : Schäuble rechnet mit steigenden Zinsen

  • Aktualisiert am

Gut für die schwarze Null: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spart durch die niedrigen Zinsen viele Milliarden. Bild: dpa

Deutschland spare derzeit zwar kräftig Schuldzinsen, so Wolfgang Schäuble, dennoch hofft der Finanzminister auf ein Ende der ultralockeren EZB-Geldpolitik. Und es sei wohl auch bald so weit.

          Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hofft nach eigenen Worten auf ein baldiges Ende der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und sieht auch Anzeichen dafür. Er habe zwar im Bundeshaushalt davon profitiert, sagte der CDU-Politiker auf einer Wahlkampfveranstaltung im thüringischen Schleiz. „Wir haben natürlich bei den Zinsen gespart, weil die Zinsen durch die Geldpolitik der EZB so stark gesunken sind“, erläuterte Schäuble, fügte aber hinzu: „Ich freue mich darüber nicht.“ Er wisse nämlich, welche Schäden und Nachteile diese Geldpolitik etwa für Sparer mit sich bringe. „Ich hoffe, dass es bald zu Ende ist.“

          Schäuble sieht Signale, dass es mit der ultralockeren Geldpolitik der EZB allmählich zu Ende geht. Die meisten Experten rechneten bereits damit, dass bei der nächsten Ratssitzung der Notenbank im September eine Entscheidung in diese Richtung fallen werde. Allerdings müsse die EZB sehr vorsichtig vorgehen, wenn sie den Kurs ändere. „Ich hoffe, dass das gutgeht“, äußerte der Minister.

          „Kritisiere EZB nicht“

          Er prognostizierte, die Zinsen dürften zwar insgesamt niedrig bleiben, aber in den nächsten Jahren langsam wieder nach oben gehen. Das aktuelle Zinsniveau sei für die starke deutsche Wirtschaft zu gering, zugleich aber für Euro-Staaten in Südeuropa nötig. In diesem Dilemma stecke die EZB mit ihrer Geldpolitik und daher kritisiere er sie auch nicht.

          Allerdings sei es für die EZB wichtig, hierzulande um Akzeptanz zu werben. Schäuble führte aus, er sage EZB-Präsident Mario Draghi immer wieder: „Mario, du musst sehen, die Deutschen müssen es auch verstehen können, was ihr macht.“

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