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Wohnkosten : Zahl der Wohngeldempfänger deutlich gesunken

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Rund zwei Prozent aller deutschen Haushalte beziehen Wohngeld, um die Miete zahlen zu können. Bild: ZB

Trotz steigender Wohnkosten bekommen weniger Menschen Wohngeld. Die meisten Empfänger des Zuschusses leben in großen Städten oder im Osten Deutschlands.

          Im Jahr 2011 haben deutlich weniger Menschen Wohngeld bezogen als noch im Jahr zuvor. Das geht aus einer statistischen Erhebung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung hervor, die am vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde. Demnach erhielten im Jahr 2011 nur noch 770.000 oder knapp zwei Prozent aller Haushalte in Deutschland Wohngeld. Im Jahr 2010 hatten hingegen noch 852.000 Haushalte den Zuschuss erhalten. Dies entspricht einem Rückgang von rund 10 Prozent.

          Die meisten Wohngeldempfänger gab es in Ostdeutschland, wo rund 2,8 Prozent aller Haushalte Anspruch auf den Zuschuss hatten. In einigen Regionen erhielten sogar mehr als 3,5 Prozent der Haushalte Wohngeld. Tendenziell war die Anzahl der Empfänger in strukturschwachen ländlichen Regionen und in Großstädten höher als im Rest des Landes.

          In den meisten Haushalten, die Wohngeld erhalten, leben entweder Rentner oder Familien mit Kindern. Mehr als die Hälfte sind Single-Haushalte; in rund einem Drittel der Empfängerhaushalte leben Kinder. Der Anteil von Paaren ohne Kinder liegt dagegen unter fünf Prozent.

          Eine Ursache für die im Vergleich zum Vorjahr geringere Empfängerzahl ist nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes eine Änderung des Wohngeldgesetzes, die Anfang 2011 in Kraft trat. Seitdem gebe es keine Zuschüsse zu den Heizkosten mehr.

          Die Statistik berücksichtigt nur „reine“ Wohngeldhaushalte, also Haushalte, in denen kein Mitglied Leistungen der Grundsicherung (etwa Hartz IV) bezieht. Das Wohngeld erhalten Haushalte mit geringeren Einkommen, etwa Familien, Rentner oder Studierende, damit sie in angemessenen Wohnungen leben können.

          Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hatte kürzlich ergeben, dass wegen der hohen Wohnkosten in deutschen Großstädten auch viele Familien armutsgefährdet sind, die nicht von Hartz IV leben. In Städten wie Frankfurt oder München geben viele Familien demnach mehr als die Hälfte ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Danach hätten sie oftmals weniger Geld zur Verfügung als den Hartz-IV-Regelsatz.

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