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Wirtschaftsweisen : Sachverständige rechnen mit 2,2 Prozent Wachstum für 2011

  • Aktualisiert am

Aufschwung: Der Sachverständigenrat rechnet mit einem höheren Wachstum als die Bundesregierung Bild: dpa

Der Sachverständigenrat erwartet nach F.A.Z.-Informationen ein höheres Wachstum als die Bundesregierung. Demnach soll die deutsche Wirtschaft 2010 um 3,7 Prozent wachsen und 2011 um 2,2 Prozent. Das geht aus dem Gutachten des Rates hervor, das am Mittwoch vorgestellt wird.

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          Die deutsche Wirtschaft soll in diesem Jahr um 3,7 Prozent wachsen. Damit rechnet der Sachverständigenrat nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in ihrem Gutachten, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wird. Für das kommenden Jahr prognostizieren die fünf Wirtschaftsforscher ein Wachstum von 2,2 Prozent.

          Die Bundesregierung hatte ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,4 auf 3,4 Prozent angehoben. Für 2011 rechnet sie mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. Auch die führenden Forschungsinstitute und die meisten Banken-Ökonomen sind nicht ganz so optimistisch wie der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Lage, wie das Gremium offiziell heißt. Dem Sachverständigenrat gehören die Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger, Wolfgang Wiegard, Wolfgang Franz, Christoph Schmidt und Beatrice Weder di Mauro an.

          Seit 1963 holt sich die Bundesregierung professionellen Rat in Wirtschaftsfragen. So lange gibt es den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der per Gesetz ins Leben gerufen wurde. Ihm gehören fünf Mitglieder an, die sogenannten Wirtschaftsweisen. Jeden Herbst erstellen sie mit ihrem in Wiesbaden ansässigen Mitarbeiterstab ein Jahresgutachten - das neueste mit dem Titel „Chancen für einen stabilen Wirtschaft“ wird an diesem Mittwoch vorgestellt. Auf Hunderten Seiten werden darin die wirtschaftliche Lage analysiert, Konjunkturprognosen gewagt und Ratschläge für Wirtschaftsreformen erteilt. Außerdem werden Sonderexpertisen für die Regierung angefertigt.

          Bild: F.A.Z.

          Berufen vom Bundespräsidenten

          Vier Jahrzehnte lang blieb der Rat eine Domäne deutscher Männer, ehe 2004 die Schweizerin Beatrice Weder di Mauro als erste Frau und Ausländerin dazustieß. Vorsitzender des Gremiums ist der Mannheimer Ökonom Wolfgang Franz. Der Regensburger Volkswirtschaftler Wolfgang Wiegard, der Würzburger Professor Peter Bofinger und der Präsident des Essener Forschungsinstituts RWI, Christoph Schmidt, kommen hinzu.

          Berufen werden die Sachverständigen vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Regierung für die Dauer von fünf Jahren. Mehrere Amtszeiten sind möglich. Für jeweils einen Posten haben Gewerkschaften und Arbeitgeber ein Vorschlagsrecht. Für einige Weise war die Mitarbeit im Rat ein Sprungbrett für höhere Weihen: Otmar Issing schaffte es zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Axel Weber zum Bundesbankchef.

          Mehr zum Thema lesen Sie am Mittwoch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

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