https://www.faz.net/-gqe-7w8s8

Charmant abserviert : So kanzelt Gabriel Greenpeace ab

  • Aktualisiert am

„Lasst sie doch hier stehen, ich muss doch auch stehen“, sagt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Bild: dpa

Greenpeace-Aktivisten wollten sich während eines Auftritts von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Szene setzen. Aufmerksamkeit bekamen sie wirklich - aber ganz anders als gedacht.

          1 Min.

          Greenpeace ist neben vielem anderen auch dagegen, dass in Deutschland Kohlekraftwerke eingesetzt werden, um Strom zu erzeugen - wegen der damit verbundenen Kohlendioxid-Emissionen, die den Klimawandel treiben. Deswegen hat die Organisation auch Mitglieder auf den Energiekongress der Deutschen Energie-Agentur (dena) geschickt, um dort diesen Protest öffentlichkeitswirksam kund zu tun.

          Einer gewissen Aufmerksamkeit konnten sie sich ja unter anderem dadurch gewiss sein, dass auch Bundeswirtschaftsminister und SPD-Boss Sigmar Gabriel als Redner auftrat. Genau seine Rede haben zwei Greenpeace-Aktive genutzt, um mit Protest-Plakaten auf die Bühne zu gehen - Gabriel in der Mitte am Rednerpult, und links und rechts von ihm Anti-Kohlekraft-Plakate also, quasi als Mahnwache.

          Offenbar nicht gerechnet haben sie mit der Art und Weise, wie Gabriel ihnen die gewünschte Aufmerksamkeit auch wirklich zukommen lies, wie im Video zu sehen ist. Zunächst wies er den offenkundigen Wunsch der Sicherheitsdienstes zurück, die beiden von der Bühne zu bringen - „lassen Sie sie doch hier stehen“. Dann bat er darum, auch einmal lesen zu dürfen, was auf den Plakaten steht, um den Protestieren dann anzubieten: „Ich treffe mich nachher mit Betriebsräten von Vattenfall, wenn Sie wollen, können Sie gerne mitkommen und auch dort Ihre Plakate zeigen.“  Vattenfall denkt derzeit darüber nach, sich aus der Kohlestromerzeugung in Deutschland zurückzuziehen, was womöglich viele Arbeitsplätze trifft. Die Zustimmung aus dem Publikum folgte prompt.

          Und schließlich hatte der an diesem Tag offenbar gut gelaunte Wirtschaftsminister auch eine souveräne Antwort auf einen anderen Zwischenrufer aus dem Publikum. „Das Problem ist Folgendes: Ich hab das Mikro“ - wieder hatte er die Lacher auf seiner Seite.

          Weitere Themen

          Reiche besitzen mehr als gedacht

          Hohe Vermögen : Reiche besitzen mehr als gedacht

          Bislang ließ sich nicht messen, wie viel Vermögen Reiche in Deutschland haben. Darunter litt auch die Verteilungsforschung. Nun ist es DIW-Forschern gelungen, durch eine neue Stichprobe mehr Erkenntnisse zu gewinnen.

          Topmeldungen

          Kann sich auch mal leisten, wer nicht als „reich“ gilt: Dinner in Amsterdam.

          Vermögensverteilung : Die Neuvermessung der Reichen

          Wer die Lücke zwischen Arm und Reich verringern möchte, muss am unteren Ende ansetzen und den Aufbau von Vermögen unterstützen. Viel zu viele Deutsche haben keinerlei Ersparnisse. Das ist ein Armutszeugnis.
          Lauthals gegen Biden: Trump bei der Pressekonferenz im Rosengarten.

          Trumps Ersatz-Wahlkampf : Noch konfuser als sonst

          Wegen Corona kann Donald Trump keine Kundgebungen abhalten. Ersatzweise lädt er Journalisten ins Weiße Haus. Der Vorwand? Die neue China-Politik. Das tatsächliche Thema? Joe Biden. Denn der wolle alle Fenster abschaffen!
          Gesperrter Grenzübergang zwischen Luxemburg und Deutschland in Echternach, fotografiert Anfang Mai.

          Corona-Risikogebiet : Wird Luxemburg fürs fleißige Testen bestraft?

          In Luxemburg stecken sich vermehrt Jüngere mit Corona an, die deutsche Regierung hat das Land zum Risikogebiet erklärt. Auf beiden Seiten der Grenze wächst die Angst, dass sich die Schlagbäume senken könnten. Schon wieder.
          Sturmumtost: das Gebäude der „New York Times“ in New York

          „New York Times“ in der Kritik : Ein Forum für alle?

          Von Kollegen gemobbt, von Twitter bevormundet: Meinungsredakteurin Bari Weiss verlässt die „New York Times“ – und erklärt in einem gepfefferten Kündigungsbrief, warum sie dort nicht mehr arbeiten möchte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.