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Bürgerbefragung : Wie sich das Ansehen der Berufe ändert

Beliebt bei Alt und Jung: Feuerwehrmänner Bild: dpa

Feuerwehrmänner, Ärzte und Krankenpfleger haben den besten Ruf. Stark verschlechtert hat sich das Ansehen von Lokführern und Piloten.

          2 Min.

          Die Arbeitskämpfe der vergangenen Monate haben dem Ansehen von Lokführern und Piloten deutlich geschadet. Auch der Ruf von Gewerkschaftsführern hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Erzieher und Postzusteller haben dagegen trotz ihrer jüngsten Streiks keinen Ansehensverlust erlitten. Das zeigt eine Repräsentativstudie, für die das Forsa-Institut im Sommer im Auftrag des DBB Beamtenbundes 2000 Bürger befragt hat.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Besonders stark hat sich der Ruf von Lokführern verschlechtert. Ihnen sprechen nun noch 57 Prozent der Befragten ein hohes Ansehen zu, das sind 12 Prozentpunkte weniger als noch 2014. Die Berufsgruppe ist damit in der jährlichen Rangliste hinter Dachdecker, Soldaten und Unternehmer abgerutscht.

          Die Piloten erreichen noch einen Ansehenswert von 73 Prozent, fünf Punkte weniger als zuvor. Sie sind damit hinter Müllwerker und Hochschulprofessoren zurückgefallen. Der traditionell hohe Zustimmungswert für Erzieher hat sich indes leicht auf 85 Prozent verbessert. Briefträger stehen unverändert mit 63 Prozent im Mittelfeld.

          Die Lokführergewerkschaft GDL hatte bei der Deutschen Bahn mit neun Streikwellen für einen eigenen Tarifvertrag in Konkurrenz zur Bahngewerkschaft EVG gekämpft; Anfang Juli wurde der Konflikt durch eine Schlichtung beendet. Der Tarifstreit der Lufthansa-Piloten dauert indes an. Das gilt auch für den Konflikt der Erzieher, nachdem die Gewerkschaften einen Schlichterspruch zu Fall gebracht haben. Doch offenbar sei die Bedeutung dieses Berufs durch den Tarifkonflikt stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt, sagte DBB-Chef Klaus Dauderstädt.

          Dagegen hat sich mit den Streiks auch das Ansehen von Gewerkschaftsführern verschlechtert, sie sind von 31 auf 26 Prozent abgesackt. Davor hatten sie seit der Finanzkrise regelmäßig zugelegt. Der Ruf von Politikern hat sich indes neuerdings verbessert; sie erreichen nun 24 Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner führt das auf die große Koalition zurück: Politiker aus dem jeweils anderen Lager werden besser beurteilt, wenn sie sich nicht als Opposition und Regierung gegenüberstehen.

          Unabhängig von einzelnen Berufsgruppen hat sich der Umfrage zufolge die Haltung der Bürger zum öffentlichen Dienst insgesamt weiter verbessert und sich im Vergleich mit 2007 nun völlig umgekehrt: Damals urteilten 58 Prozent, dass der öffentliche Dienst die Steuerzahler zu viel Geld koste; heute sind 59 Prozent vom Gegenteil überzeugt. Zugleich findet etwas mehr als die Hälfte der Bürger, dass das Verhältnis von öffentlichen und privaten Dienstleistungen gerade richtig sei. Je ein Fünftel wünscht sich dagegen mehr Privatisierungen beziehungsweise mehr Staat.

          Dauderstädt wertete die Ergebnisse der Studie unter dem Strich als einen Beleg dafür, dass die Bürger insgesamt viel Vertrauen in den öffentlichen Dienst hätten und ihn als leistungsfähig ansähen; das beweise sich derzeit auch ganz praktisch an den vielen Aufgaben im Umgang mit der hohen Flüchtlingszahl. Davon abgesehen werde sich auch der Ruf der Lokführer nach der Rückkehr zum Tariffrieden wieder verbessern, sagte er voraus.

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