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Welt-Ozean-Konferenz : Wie kann man Meere nachhaltig bewirtschaften?

Indonesien, das Mitglied der G-20 ist, unterstütze die rasche Formulierung nachhaltiger Entwicklungsziele durch die Vereinten Nationen, erklärte dessen Stellvertretender Präsident Jusuf Kalla auf der Konferenz: „Die internationale Gemeinschaft kann die Bedeutung nachhaltiger Meereswirtschaft nicht länger negieren, wenn wir eine nachhaltige Entwicklung wollen. Wie bisher kann es nicht weitergehen.“ Allerdings gilt der Staat mit seinen gut 17.000 Inseln als einer der größten Verschmutzer der Meere mit Plastikabfall. Kalla mahnte zugleich mit Blick auf China zum Einhalten internationalen Rechts auf den Ozeanen: Gerade das Südchinesische Meer, in dem China seine Landnahme gegen den Willen der kleineren Anrainerstaaten vorantreibt, sei gefährdet. „Dort aber werden rund 40 Prozent des Welthandels im Wert von mehr als 5 Billionen Dollar abgewickelt“, warnte Kalla vor einer Intensivierung des Konfliktes.

„Plastik ist zu wertvoll, um ihn wegzuwerfen“

Unter Druck steht auch die Industrie. Dafür sprachen nicht nur die ranghohen Vertreter von Unternehmen wie Shell, BASF oder Cargill im Plenum. Sie muss sich verteidigen gegen den Vorwurf, die Meere zu verdrecken und auszubeuten, und neue Ansätze vorlegen. Ansonsten dürfte etwa der Anteil am weltweiten Kohlendioxidausstoß durch Schiffe von derzeit drei Prozent auf die befürchteten 18 Prozent bis 2050 steigen, warnte Jan Dieleman, der für den Rohstoffhandelskonzern Cargill das Seefrachtgeschäft leitet. Patrick Thomas, Vorstandschef des Kunststoffherstellers Covestro, der Ausgründung der Bayer AG, mahnte zur Weiterverwertung von Plastik. „20 Prozent des Kunststoffes im Meer stammen von Schiffen, 80 Prozent vom Land. Der Rohstoff ist viel zu wertvoll, um einfach weggeworfen zu werden.“

Angeschwemmter Plastikmüll am Atlantikstrand Ngor in Senegals Hauptstadt Dakar. Rund zehn Millionen Tonnen Müll gelangen nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) pro Jahr in die Weltmeere, drei Viertel davon ist Plastik.

Inzwischen bereiten insbesondere sogenannte „Mikroplastics“ Sorgen: Die winzigen Teilchen, die von Autoreifen und synthetischen Textilien stammen, sollen für rund 30 Prozent des Plastikmülls im Meer stehen. Jährlich landen etwa 9,5 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen. Ein jüngst in Norwegen gestrandeter Wal hatte so viel Plastik im Magen, dass es der Menge von 1,5 Kilogramm in einem menschlichen Darm entsprochen hätte. Die Vereinten Nationen kündigten auf dem Gipfel auf Bali ein weltumspannendes Projekt zum Vermeiden, Sammeln und Wiederverwerten von Kunststoff an. Erst am vergangenen Wochenende hatte die Einwohner der Ferieninsel 40 Tonnen Plastikmüll an ihren Stränden eingesammelt.

Im Jahr 2050 werde, wenn der Plastikmüll wie bisher zunimmt, in den Meeren am Gewicht gemessen, mehr Plastik als Fisch zu finden sein, hatte das Weltwirtschaftsforum gewarnt. Adam Goldstein, Vorstandschef des Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean Cruises, der mit 45 Schiffen fast 6 Millionen Gäste jährlich bedient, verwies aber auch auf die immensen Investitionen der Branche, auch zur Vermeidung von Müll. „Uns treibt die Regulierung.“ Allerdings monierte er, dass die Industrie nun wesentlich weiter sei als die Regierungen und Gemeinden: „Unsere Schiffe steuern rund um die Welt 500 Küstenorte jährlich an. Praktisch keiner von ihnen arbeitet so nachhaltig wie wir.“

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