https://www.faz.net/-gqe-vczb

Weiter auf Einkaufstour : Air Berlin will Condor übernehmen

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Air Berlin will in zwei Jahren den Ferienflieger Condor übernehmen. Mit dem Mutterkonzern Thomas Cook sei eine Übernahme in zwei Schritten vereinbart worden, teilte Air Berlin mit. Der Deal könnte aber noch scheitern: Die Lufthansa will sich ihr Vorkaufsrecht erst einmal offen halten.

          Die Fluggesellschaft Air Berlin will die Thomas-Cook-Tochter Condor in zwei Schritten übernehmen. Die beiden Unternehmen hätten einen Anteilstausch vereinbart, teilte Air Berlin am Donnerstag in London mit. Im Februar 2009 sollen 75,1 Prozent der Anteile an Condor von Thomas Cook übernommen werden.

          Die weiteren 24,9 Prozent der Anteile an der Condor sollen im Februar 2010 übernommen werden, diese Anteile werde Thomas Cook durch Ausübung einer Kaufoption im Februar 2009 von der Deutsche Lufthansaerwerben.

          Synergien auf 70 Millionen Euro geschätzt

          Thomas Cook erhalte für die Condor-Anteile im Gegenzug neu auszugebende Aktien der Air Berlin. Diese sollen bei Ausführung - abhängig vom dann aktuellen Börsenkurs - einen Wert zwischen 380 und 475 Millionen Euro haben. Thomas Cook werde dabei voraussichtlich eine Beteiligung von bis zu 29,99 Prozent an Air Berlin erhalten.

          Auf Einkaufstour: Air Berlin

          Nach dem im Februar 2009 geplanten ersten Closing der Transaktion werde Thomas Cook im Board of Directors der Air Berlin PLC vertreten sein. Air Berlin schätzt, dass die mit einer erfolgreichen Übernahme verbundenen Synergien jährlich mindestens 70 Millionen Euro betragen werden.

          Kartellbehörden müssen noch zustimmen

          Die Kartellbehörden müssen der Übernahme der Condor-Anteile noch zustimmen. Auf touristischen Langstrecken aus Deutschland hätte Air Berlin mit der erst vor kurzem erworbenen LTU und Condor in Deutschland ein Monopol. Die Vereinbarung über die gegenseitige Beteiligung zwischen Air Berlin und Thomas Cook steht zudem unter dem Vorbehalt, dass die Deutsche Lufthansa AG ein vertragliches Vorkaufsrecht nicht geltend macht.

          Die Lufthansa hat aber schon angekündigt, dass sie sich ihr Vorkaufsrecht für die Mehrheit an der Fluggesellschaft vorerst offen halten will. Die Pläne von Air Berlin zur Übernahme der Condor kämen nicht überraschend. „Wir haben aber ja bis 2009 noch genügend Zeit, das zu überprüfen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstag.

          Lufthansa hält seit Jahresbeginn noch rund 24,9 Prozent an der vor gut 50 Jahren von ihr gegründeten Airline, die Mehrheit von 75,1 liegen bei Thomas-Cook. Condor zählt mit gut sieben Millionen Passagieren jährlich und weltweit über 70 Zielen zu den führenden Ferienfliegern. Bei Condor arbeiten rund 2.300 Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr 2005/2006 (31. Oktober) einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die Flotte umfasst 35 Mittel- und Langstreckenmaschinen.

          Weitere Themen

          Was Reisende jetzt wissen müssen

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.

          Verunsicherung nach Pleite von Thomas Cook Video-Seite öffnen

          Britischer Reisekonzern : Verunsicherung nach Pleite von Thomas Cook

          Am Montag und Dienstag wollten von Deutschland aus 21.000 Menschen mit Thomas Cook abheben. Das Tochterunternehmen Condor teilte mit, den Flugbetrieb fortzusetzen und beantragte bei der Bundesregierung einen Überbrückungskredit.

          Topmeldungen

          Thunberg beim Klimagipfel : „Wie könnt Ihr es wagen!“

          Greta Thunberg kritisiert beim UN-Klimagipfel in New York die zögerliche Haltung der Politik beim Klimaschutz und reicht eine Menschenrechtsbeschwerde ein. Bundeskanzlerin Merkel antwortet: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“

          Pendlerpauschale : Habecks Eigentor

          Es sei doch sympathisch, wenn Politiker mal zugeben, dass sie keine Ahnung haben, heißt es. Das stimmt – bei Robert Habeck und der Pendlerpauschale aber ist es fatal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.