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Wahlvorschlag : Linkspartei reißt Milliardenloch in die Einkommensteuer

  • Aktualisiert am

Wie viel Geld kriegt das Finanzamt von mir? Bild: dpa

Die Einkommensteuer bringt dem Staat jedes Jahr mehr als 200 Milliarden Euro. Hier können Sie sie selbst so gestalten, wie Sie wollen - und ausrechnen, was das für die Staatskasse bedeutet.

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          Wenn die deutsche Einkommensteuer nach den Vorstellungen der Linspartei geändert wird, fallen die Staatseinnahmen um viele Milliarden Euro geringer aus als bisher. Das ergibt eine Berechnung des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) für FAZ.NET. Die Linkspartei plant laut Wahlprogramm niedrigere Steuern für Wenigverdiener, dafür einen höheren Spitzensteuersatz. Doch offenbar gibt es nicht genügend Reiche in Deutschland, um die Einnahmeausfälle zu kompensieren. Nach der aktuellen Steuerschätzung wird der Staat in diesem Jahr rund 220 Milliarden Euro an Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag von seinen Bürgern kassieren. Nach den Plänen der Linkspartei wären es weniger als 200 Milliarden Euro.

          Das allerdings bedeutet nicht, dass die Partei die Bürger insgesamt entlasten will. Das so entstehende Einnahmeloch will sie stopfen, indem in anderen Bereichen die Steuern steigen: Erbschaften und Vermögen will die Linkspartei stärker belasten, außerdem Finanztransaktionen. Und schließlich will sie die Körperschaftssteuer anheben. Alleine der letzte Punkt soll Steuermehreinnahmen in Höhe von 35 Milliarden Euro bringen – jährlich. Doch Experten zweifeln an den Plänen. „Dass die Gegenfinanzierung so wirklich funktionieren würde, ist ziemlich unrealistisch“, sagt Andreas Peichl, Ökonom am IZA. Das berücksichtige beispielsweise nicht, dass Unternehmen auf höhere Steuern reagieren können, etwa indem sie aufgrund höherer Belastungen geplante Investitionen unterlassen oder schlicht den Standort wechseln.

          FDP will die Bürger nicht an anderer Stelle schröpfen

          Von den anderen im Bundestag vertretenen Parteien sinken die Staatseinnahmen aus der Einkommensteuer alleine nach den Plänen der FDP in Höhe mehrerer Milliarden Euro. Rund 205 Milliarden Euro brächte die von der FDP avisierte Einkommensteuer der Staatskasse. Die Wenigereinnahmen kommen in diesem Fall durch den Solidaritätszuschlag zustande: Den wollen die Liberalen abschaffen. Das Geld soll durch staatliche Einsparungen ausgeglichen werden.

          Dass wiederum die Linkspartei, aber auch SPD und Grüne, gerade die oberen Einkommensgruppen stärker belasten wollen, ist nicht ohne Brisanz: Die einkommensstarken 50 Prozent der Steuerpflichtigen zahlen schon heute 95 Prozent des Einkommensteueraufkommens, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung vergangenen Mittwoch aus Zahlen des Bundesfinanzministeriums berichtet hat.

          Spielen Sie selbst Finanzminister

          Die IZA-Ökonomen haben das jeweilige Steueraufkommen ermittelt, indem sie die Wahlprogramme der Parteien auf die Einkommensverteilung in Deutschland anwenden. Dem liegen mehrere Millionen anonymisierte Steuerzahlerdaten des Statistischen Bundesamtes zugrunde. Mit dieser Datenbank können aber nicht nur die Pläne der Parteien simuliert werden. Auch Sie, die Leser können Ihre persönlichen Einkommensteuer-Vorstellungen in einen Steuerrechner eingeben. Er zeigt Ihnen, ob Sie damit ein Loch in den Bundeshaushalt reißen oder nicht.

          Mit Hilfe dieses Steuerrechners können Sie selbst entscheiden, wie hoch der Grundfreibetrag sein soll, wie hoch der Spitzensteuersatz, ab welchem Einkommen er gelten soll und natürlich auch, mit welchem Steuersatz die Besteuerung beginnt. Auch den Soli können Sie abschaffen oder behalten. Der Rechner berücksichtigt allerdings nicht, dass die Deutschen bei anderen Steuersätzen möglicherweise mehr oder weniger arbeiten würden. Er zeigt dafür auch, wie viel die Armen und wie viel die Reichen dieses Landes zur Einkommensteuer beitragen würden, wenn Sie darüber zu entscheiden hätten.

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