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Wahlkampf in Amerika : Barack Obama sammelt Millionen

  • -Aktualisiert am

Barack Obama Bild: AFP

Der amerikanische Präsidentschafts-bewerber sammelt derzeit mehr Spenden als alle seine Wettbewerber. Doch wie sieht eigentlich sein wirtschaftspolitisches Profil aus? Obama setzt auf populäre Themen.

          Die Wall Street mag Barack Obama. Der demokratische Senator aus dem Bundesstaat Illinois, der im Herbst kommenden Jahres gerne zum amerikanischen Präsidenten gewählt werden will, hat im zweiten Quartal nicht nur mehr Wahlkampfspenden eingesammelt als alle seiner demokratischen und republikanischen Konkurrenten - von Hillary Clinton bis zu New Yorks früherem Bürgermeister Rudi Giuliani. Obama liegt auch in der Gunst vieler Investmentbanker vorn, die zu seiner Unterstützung im Frühjahr und Frühsommer fast eine dreiviertel Million Dollar überwiesen haben. Das geht aus Daten der Bundeswahlbehörde hervor, die nun veröffentlicht worden sind.

          Insgesamt liegt zwar Clinton, die Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und demokratische Senatorin aus New York, in der Rangliste der Spendenempfänger mit rund 63 Millionen Dollar seit Jahresbeginn vorn. Doch Obama, der von Anhängern als charismatisch und jugendlich gelobt und von Kritikern als unerfahren und unentschlossen gescholten wird, hat zwischen April und Juni etwas mehr als 33 Millionen Dollar Wahlkampfspenden erhalten - rund 6 Millionen mehr als Clinton und gut 12 Millionen mehr als der erfolgreichste Bewerber der Republikaner, Mitt Romney, der frühere Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts. Dass auch der Vorwahlkampf schon eine Menge Geld kostet, geht aus den Zahlen der Wahlbehörde ebenfalls hervor: Clinton hat bereits knapp 18 Millionen Dollar ausgegeben, ihre Barreserve beträgt rund 45 Millionen Dollar. Obama hat schon 22 Millionen Dollar für den Wahlkampf eingesetzt und hat in der Kasse noch rund 36 Millionen Dollar.

          Bei den Investemtbanken beliebt

          Mitarbeiter der zehn führenden Investmentbanken, von Morgan Stanley über Lehman Brothers bis zu J.P. Morgan Chase, halten offenbar große Stücke auf die demokratischen Bewerber und auf Obama im Besonderen. Weniger beliebt sind die Demokraten bei den Beteiligungsgesellschaften (Private-Equity-Gesellschaften). Deren Mitarbeiter neigen in ihren Spenden eher den Republikanern zu. Das mag damit zusammenhängen, dass im Kongress in Washington, unterstützt von Obama und Clinton, derzeit über eine höhere Besteuerung der Beteiligungsgesellschaften debattiert wird.

          In der Wirtschaftspolitik setzt Obama wie seine Konkurrenten auf populäre Themen wie eine Reform des Gesundheitswesens, eine Stärkung der amerikanischen Mittelschicht, den Kampf gegen die Armut im Land und den Klimaschutz. Dieser Tage versprach der Senator, dass am Ende einer möglichen ersten Amtszeit von ihm als Präsidenten jeder Amerikaner krankenversichert sein werde. Seinem Plan zufolge sollen all jene Bürger, die derzeit keine Krankenversicherung haben, mindestens einen Schutz erhalten, der dem der Kongressmitglieder entspricht.

          Reform des Versicherungsmarktes

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