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Rettungspaket von Währungsfonds : IWF will Ukraine mit 18 Milliarden Dollar helfen

  • Aktualisiert am

Der IWF wird abermals in der Ukraine aktiv. Bild: dpa

Die Führung in Kiew hat sich mit dem Internationalen Währungsfonds offenbar auf ein Hilfspaket verständigt. Dafür verteuert sie das Erdgas für die Bevölkerung.

          Der Internationale Währungsfonds bietet der wirtschaftlich angeschlagenen Ukraine bis zu 18 Milliarden Dollar Finanzhilfe an. Bedingung dafür sei, dass das Land aber bestimmte Reformen durchführe, sagte der für die Ukraine zuständige Missionschef des Währungsfonds, Nikolai Georgiyev, in Kiew.

          Am späten Mittwochabend haben sich der IWF und die Übergangsführung der Ukraine offenbar auf ein Hilfspaket für das Land geeinigt. Die ukrainische Zentralbank setzte für diesen Donnerstag (12.30 Uhr MEZ) eine Pressekonferenz an, an der auch der Leiter der IWF-Mission in der Ukraine teilnehmen soll.

          Schon am Dienstag dieser Woche hatte der ukrainische Finanzminister Alexander Schlapak gesagt, dass Kiew über ein Kreditpaket im Volumen von 15 bis 20 Milliarden Dollar verhandele. Dabei machte die Ukraine offenbar entscheidende Zugeständnisse, denn am Mittwoch teilte ein Vertreter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz mit, dass das Land den Gaspreis für die heimischen Verbraucher ab Mai um mehr als 50 Prozent anheben werde.

          Prognose: 150 Milliarden Dollar fließen aus Russland ab

          Er kommt damit einer Forderung des IWF nach. Von einem Abkommen mit dem IWF hat die Europäische Union (EU) ihren Beitrag zu einem Hilfspaket abhängig gemacht. Das Angebot der EU hat ein Gesamtvolumen von rund elf Milliarden Euro - das Geld soll in den Jahren 2014 bis 2020 ausgezahlt werden.

          Höhere Gaspreise in der Ukraine dürften aber auch eine Folge des Konflikts mit Russland sein. Der Nachbar hat mittlerweile die Macht über die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim übernommen. Medienberichten zufolge will Russland als wichtigster Lieferant ab dem zweiten Quartal von der Ukraine mehr Geld für sein Erdgas verlangen.

          Der Streit wird aber offenbar auch für Russland teuer. Wegen der Krim-Krise muss das Riesenland einer Prognose der Weltbank zufolge in diesem Jahr mit einer Kapitalflucht von bis zu 150 Milliarden Dollar (109 Milliarden Euro) rechnen. Allein im ersten Quartal hätten Anleger bereits etwa 70 Milliarden Dollar aus Russland abgezogen, teilte eine Weltbank-Sprecherin schon am Mittwoch in Moskau mit.

          Und auch wenn sich die Krise um die Schwarzmeer-Halbinsel schnell beruhige, dürften in diesem Jahr nicht weniger als 85 Milliarden Dollar aus Russland abfließen, hieß es. 2013 hatten Anleger 62,7 Milliarden Dollar aus Russland abgezogen.

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