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Währungsfonds-Bericht : IWF empfiehlt Deutschland höheres Rentenalter

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„Von einem dynamischeren Deutschland würde auch die nach wie vor fragile wirtschaftliche Erholung im Euroraum profitieren“, schreibt der IWF. Bild: dpa

Späterer Renteneintritt, mehr Investitionen, weniger Engpässe in der Verwaltung: Der Internationale Währungsfonds offenbart, wie er über Deutschland denkt.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) empfiehlt Deutschland mehr Reformen und  Investitionen in die Infrastruktur. „Weitere Fortschritte bei Strukturreformen würden das Potenzialwachstum beleben“, schreiben die Ökonomen des IWF in ihren an diesem Montag in Berlin vorgelegten Empfehlungen.

          Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sowie Frauen und ältere Arbeitnehmer sollten erweitert werden. Der IWF, der diese Berichte zu allen Ländern regelmäßig erstellt, spricht sich zudem dafür aus, das Renteneintrittsalter hierzulande anzuheben. Es wäre hilfreich, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln - gerade erst hatte diesen Gedanken der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in die neue Renten-Debatte eingebracht.

          „Ein bisschen mehr Optimismus“

          „Von einem dynamischeren Deutschland würde auch die nach wie vor fragile wirtschaftliche Erholung im Euroraum profitieren“, heißt es in dem IWF-Bericht weiter. Darin erkennt der IWF die zusätzlichen Milliarden-Ausgaben unter anderem zur Bewältigung der Flüchtlingskrise an.

          Sollten jedoch wie in den vergangenen Jahren Haushaltsüberschüsse entstehen, sollten diese finanziellen Möglichkeiten am besten für zusätzliche Investitionen genutzt werden, finden die Währungsfonds-Ökonomen. Einmal mehr regen sie an, in Deutschland solle es mehr öffentliche und private Investitionen in Infrastruktur geben.

          Engpässe in den Verwaltungen müssten dazu beseitigt werden. Mit mehr Wohnungen müsse außerdem der Druck auf dem Wohnungsmarkt abgebaut werden.

          Die vom Währungsfonds als zu gering erachteten Investitionen in Deutschland seien auch ein Grund für die enormen Exportüberschüsse der Bundesrepublik. „Der Leistungsbilanzüberschuss dürfte in diesem Jahr nahe seinem Rekordniveau verharren", so der IWF.

          Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands schätzt der Währungsfonds hingegen etwas positiver ein als noch vor wenigen Wochen. „Was die Prognose angeht, würde ich sagen, sind wir im Grunde genommen auf Kurs“, sagte die IWF-Missionschefin für Deutschland Enrica Detragiache. Sie sprach dann aber von „ein bisschen mehr“ Optimismus als noch in der IWF-Prognose vom April deutlich wird. In der hatte der Fonds für Deutschland ein Wachstum von 1,5 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr vorausgesagt.

          Auch der Geldpolitik der EZB äußerte sich die IWF-Ökonomin: Sie sagte, sie erwarte keine schnelle Kursänderung weg von einer lockeren und hin zu einer weniger lockeren Geldpolitik, wie sie sich in Deutschland viele wünschen.

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