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Währungen : Kuba schafft Parallelwährung ab

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Ein Obsthändler mit beiden Währungen: Die zwei Scheine rechts sind an den Dollar gebundene Pesos, die Scheine links sind gewöhnliche Pesos. Bild: AP

In Kuba gibt es zwei Währungen: Den regulären Peso und den Peso Convertible, der an den Dollar gebunden ist. Vieles muss mit konvertiblen Pesos bezahlt werden. Damit soll bald Schluss sein.

          Nach knapp 20 Jahren schafft das  kommunistische Kuba seine Doppelwährung ab. Staatschef Raúl Castro kündigte am Dienstag das Ende der seit 1994 parallel verwendeten  Währungen an. Das Kabinett habe dazu einen Zeitplan gebilligt, hieß es in einer Mitteilung in der Parteizeitung „Granma“. Die  Abschaffung der Doppelwährung war eine der Hauptforderungen des VI. Kongresses der Kommunistischen Partei Kubas im Jahr 2011.

          Nach Angaben von kubanischen Ökonomen wird es eine Übergangszeit von 18 Monaten geben.  In einem ersten Schritt soll die kommende Einheitswährung Unternehmen zugänglich werden, um „Bedingungen für eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit“, eine „Stimulation des Exportsektors“ und eine bessere Bewertung der Wirtschaftsleistung zu ermöglichen, hieß es in „Granma“. In einem zweiten Schritt sollten „natürliche Personen“ von der neuen Währung profitieren. Details wurden jedoch nicht genannt. Geplant sei ein Übergangsprozess ohne „Schocktherapie“, hieß es lediglich.  

          Neben dem regulären Peso gibt es in Kuba auch den an den Dollar gebundenen Peso Convertible. Fast alles, was über den Minimalbedarf an Lebensmitteln und Kleidung hinausgeht, muss in den staatlichen Geschäften, auf den privaten Bauernmärkten oder auf dem Schwarzmarkt mit konvertiblen Pesos bezahlt werden.

          Raul Castro

          Die Parallelwährung, mit einem Wechselkurs von eins zu 24 zum regulären Peso, ist für viele einfache Kubaner praktisch nicht zugänglich, was für die Betroffenen wirtschaftliche Nachteile bedeutet und zu gesellschaftlichen Spannungen führte, weil eine Minderheit Zugang zum Dollar hatte. Das monatliche kubanische Durchschnittseinkommen liegt bei 500 regulären Pesos.

          Kubas Präsident Raúl Castro hatte in den vergangenen Jahren bereits eine ganze Reihe von Reformen auf den Weg gebracht, mit denen unter anderem die staatliche Kontrolle über die Wirtschaft gelockert und den Kubanern mehr wirtschaftliche Eigeninitiative erlaubt wurde.

          Zuletzt wurde Ende September erlaubt, dass eine Reihe weiterer Berufe auf selbstständiger Basis ausgeübt werden dürfen, darunter Makler, Agrar-Großhändler, Maurer, Klempner, Zimmermann und  Elektriker. Im Oktober vergangenen Jahres waren die Reisebeschränkungen gelockert worden.

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