https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wachstumsprognose-des-iwf-lagarde-krise-ist-noch-nicht-ueberstanden-12753901.html

Wachstumsprognose des IWF : Lagarde: Krise ist noch nicht überstanden

  • Aktualisiert am

„Wenn die Inflation der Geist aus der Flasche ist, dann ist die Deflation das Ungeheuer, das entschieden bekämpft werden muss“: IWF-Chefin Christine Lagarde Bild: AP

Der IWF erwartet mehr Wirtschaftswachstum auf der Welt. Deflation und unbedachte Schritte der Notenbanken seien aber große Gefahren.

          1 Min.

          Die Weltwirtschaft hat nach Ansicht der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Krise noch nicht ganz überstanden. „Die Richtung ist insgesamt positiv, aber das globale Wachstum ist zu gering, zu zerbrechlich und zu ungleichmäßig“, sagte die Französin am Mittwoch in Washington. Zwar werde der IWF in der kommenden Woche seine Konjunkturprognose nach oben korrigieren. „Allerdings ist der Ausblick immer noch mit großen Risiken behaftet“, so Lagarde.

          Obwohl es vor allem in den Industrieländern deutliche ökonomische Verbesserungen geben werde, bleibe das globale Wachstum hinter den Möglichkeiten zurück, sagte die Währungsfonds-Direktorin. Der IWF schätze, dass das Plus der weltweiten Wirtschaftsleistung bei vier Prozent liegen könnte, würde es nicht anhaltende Probleme geben. Dazu gehöre die zu niedrige Inflation, die zu einer „katastrophalen“ Deflation werden könne. Lagarde beklagte auch, dass zu wenige neue Arbeitsplätze geschaffen würden und dass Einkommensanstiege seit 2009 meist nur auf das Konto der Wohlhabenden gegangen seien.

          „Die Krise besteht weiter fort. Doch es liegt Optimismus in der Luft“, sagte die IWF-Chefin. Die positive Entwicklung hänge besonders davon ab, dass die Notenbanken ihre Konjunkturmaßnahmen nicht zu schnell auslaufen ließen. „Zentralbanken sollten nur dann zu einer normaleren Geldpolitik zurückkehren, wenn stabiles Wachstum auf ein festes Fundament gründet“, meinte Lagarde. Das gelte speziell für die amerikanische Notenbank Fed mit ihren milliardenschweren Anleihekäufen zur Stützung der Wirtschaft, die nicht voreilig reduziert werden dürften.

          Hinsichtlich der Eurozone beklagte Lagarde, dass das Wachstum zu uneinheitlich und die Arbeitslosigkeit viel zu hoch sei. Politische Reformen, eine gezielte Kreditvergabe und der anstehende Stresstest im Finanzsektor könnten der Währungsunion auf die Sprünge helfen, meinte die ehemalige französische Finanzministerin.

          Die USA hingegen müssten auch die verbliebenen Unsicherheiten über die Haushaltspolitik ausräumen, um die Zuversicht in die weltgrößte Volkswirtschaft zu stärken. Und die Entwicklungs- und Schwellenländer müssten mit Investitionen in Infrastruktur, den Abbau bürokratischer Hürden und einer besseren Regulierung des Finanzsektors ihr künftiges Wachstumspotenzial freisetzen.

          Weitere Themen

          Justiz durchsucht McKinsey-Büros

          Vorwurf des Steuerbetrugs : Justiz durchsucht McKinsey-Büros

          McKinsey ist ins Visier der französischen Steuerfahnder geraten: In dieser Woche haben Beamte die Landeszentrale in Paris durchsucht. Das Unternehmen sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

          Topmeldungen

          Entschuldigte sich abermals: Peter Feldmann

          Oberbürgermeister-Skandal : Frankfurt als Stadt ohne Stadtoberhaupt

          Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann tritt nicht zurück – er verschanzt sich. Es ist an der Zeit, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses unwürdige Kapitel an den Wahlurnen beenden.
          Die Strafkolonie im russischen Pokrow. Bisher wird Alexej Nawalnyj hier festgehalten.

          Strengere Haft : Nawalnyjs Name auf der Terrorliste

          Alexej Nawalnyj bleibt als politischer Gefangener ein lauter Regime-Kritiker. Die russische Justiz verschärft nun seine Haftbedingungen – und isoliert ihn noch stärker.
          Ein Mann hält ein Baby auf dem Arm.

          Geburt des ersten Kindes : Warum junge Väter immer älter werden

          Männer sind im Schnitt bei der Geburt ihres ersten Kindes deutlich älter als Frauen. Werden sie auch in Zukunft immer älter? Die Gründe, warum die Deutschen immer später im Leben eine Familie gründen, sind gut erforscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Kapitalanalge
          Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
          Sprachkurse
          Lernen Sie Englisch
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Zertifikate
          Ihre Weiterbildung im Projektmanagement