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Vorwurf der Abzocke : Politiker kritisieren Erhöhung der Bahnpreise

  • Aktualisiert am

Schon wieder sollen die Fahrkarten teurer werden Bild: ASSOCIATED PRESS

Die geplante Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn ist bei Politikern verschiedener Parteien auf scharfe Kritik gestoßen. Der Grünen-Vorsitzende Bütikofer wirft Bahnchef Mehdorn Abzocke vor. Nordrhein-Westfalen erwägt sogar Schritte gegen die Preiserhöhung einzuleiten.

          Die geplante Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn ist bei Oppositionspolitikern auf Kritik gestoßen. Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer warf Bahnchef Hartmut Mehdorn Abzocke vor.

          „Das traut er sich nur, weil es zu wenig Wettbewerb gibt“, sagte Bütikofer der „Bild“-Zeitung laut Vorabmeldung. Die Pläne seien eine Provokation. Ähnlich äußerte sich die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin. „Noch vor einem Monat hat die Bahn-Spitze öffentlich beteuert, keine Fahrpreiserhöhungen zu planen. Wortbruch ist Kundenschreck,“ sagte sie dem Blatt.

          Die Ticketpreise für die 2. Klasse steigen ab dem 9. Dezember um 2,9 Prozent. Bahncards kosten dann im Durchschnitt 3,8 Prozent mehr. Den Preisaufschlag rechtzeitig vor der großen Reisewelle zu Weihnachten begründete der Konzern mit gestiegenen Energiepreisen und höheren Lohnkosten ab 2008 (siehe dazu auch: Bahn plant Preiserhöhung von 2,9 Prozent).

          NRW erwägt Schritte gegen die Preiserhöhung

          Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) erwägt nun Schritte gegen die Erhöhung der Bahnpreise. „Wir werden diese Preiserhöhung genau prüfen und notfalls ein Veto aus NRW einlegen“, sagte Wittke der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

          Er übte zugleich scharfe Kritik am Vorgehen der Bahn. „Wir wollen mehr Menschen auf die Schiene bekommen. Und das schafft man nicht mit höheren Fahrpreisen, sondern nur mit besserer Leistung“, sagte der Minister. „Ich halte Preiserhöhungen immer für wenig kreativ. Bevor man darüber spricht, sollte man über Effizienzsteigerungen nachdenken.“

          In einem formalen Verfahren geben die Länder ein Votum zu den geplanten Preiserhöhungen ab. Sie können aber von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) überstimmt werden. Wittke kündigte eine genaue Prüfung an. „Die Bahn kokettiert Halbjahresergebnis für Halbjahresergebnis mit immer besseren Ertragszahlen. Dann muss schon ganz genau nachgewiesen werden, warum denn die Fahrpreise erhöht werden“, sagte er.

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