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Vor Kopenhagener Klimagipfel : Australien führt Emissionsrechtehandel ein

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Rauchende Schlote könnten auch in Australien bald mit höheren Kosten verbunden sein Bild: AFP

Die EU war lange Vorreiter mit ihrem Modell, das klimaschädliche Kohlendioxid durch ein Emissionshandels-System zu reduzieren. Jetzt zieht Australien nach - pünktlich zum Klimagipfel in Kopenhagen. Noch diese Woche wollen die Australier ein Gesetz auf den Weg bringen. Amerika könnte unter Druck geraten.

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          Rechtzeitig zum Kopenhagener Weltklimagipfel will Australien im Klimaschutz der EU folgen und den Handel mit Kohlendioxid-Verschmutzungsrechten einführen. Die Opposition kündigte am Dienstag an, das Vorhaben der Regierung zu unterstützen. Damit ist eine Verabschiedung des Gesetzes noch in dieser Woche wahrscheinlich.

          Der Rechtehandel soll im Juli 2011 beginnen und für die 1000 größten Luftverschmutzer des Landes gelten. Damit würde der Handel 75 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Australiens erfassen.

          In Emissionshandels-Systemen setzten Länder eine Obergrenze für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids fest. Dann verteilen oder verkaufen sie Zertifikate an die CO2-Emittenten. Diese Zertifikate berechtigen die Emittenten zum Ausstoß einer bestimmten Menge des Treibhausgases. Wer diese Menge unterschreitet, kann seine überschüssigen Zertifikate am Markt verkaufen, bekommt also zur Belohnung für die Reduktion Geld. Wer die Menge überschreitet muss für teures Geld Zertifikate am Markt zukaufen. Durch diesen Marktmechanismus soll das System sicherstellen, dass Kohlendioxid genau dort reduziert wird, wo es am billigsten einsparbar ist.

          Amerika verfolgt die Entwicklungen mit Argusaugen

          Die Australier hatten bereits monatelang um die Details des Emissionshandels-Gesetzes gerungen. Der Entwurf wurde mittlerweile zwei Mal geändert. Die Gesetzesverhandlungen wurden von den Vereinigten Staaten und Neuseeland genau verfolgt.

          Die Vereinigten Staaten sind auch unter ihrem neuen Präsidenten Barack Obama recht zögerlich bei der Umsetzung verbindlicher Klimaschutzziele. Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd hofft nun, mit der Einführung des Emissionsrechtehandels beim Kopenhagener Gipfel eine Vorreiterrolle einzunehmen.

          Australien will seinen Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um fünf Prozent senken. Dieses Ziel könnte auf 25 Prozent erhöht werden, vorausgesetzt es gibt in Kopenhagen eine entsprechende Einigung. Der Weltklimagipfel findet vom 7. bis 18. Dezember in der dänischen Hauptstadt statt. Mehr als 190 Nationen nehmen teil. Es gilt mittlerweile als unwahrscheinlich, dass wie ursprünglich geplant ein Nachfolgeabkommen für das Ende 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll festgezurrt wird.

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