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Von „AAA“ auf „AA+“ : Ratingagentur entzieht EU Spitzen-Bonitätsnote

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Unserer Meinung nach hat die Kreditwürdigkeit der jetzt 28 EU-Mitgliedstaaten insgesamt abgenommen“ Bild: dpa

Das Langfrist-Rating der Europäischen Union wird von Standard & Poor’s von „AAA“ auf "AA+" gesenkt. Die Agentur begründet ihren Schritt mit dem abnehmenden Zusammenhalt der EU-Mitgliedsländer.

          Standard & Poor’s hat der Europäischen Union ihre Spitzenbewertung entzogen. Das Langfrist-Rating wurde auf „AA+“ von „AAA“ gesenkt, wie die amerikanische Ratingagentur am Freitag mitteilte. „Unserer Meinung nach hat die Kreditwürdigkeit der jetzt 28 EU-Mitgliedstaaten insgesamt abgenommen.“

          Dabei spiele eine Rolle, dass der Zusammenhalt der EU-Mitgliedsländer abgenommen habe. Das zeige sich in den Spannungen bei den jüngsten Verhandlungen über den EU-Haushalt. Diese signalisierten steigende Risiken, dass die EU in einigen Mitgliedstaaten an Rückhalt verlieren könnte. Ein paar Staaten hätten die Verabschiedung des Budgets zumindest zeitweise blockiert.

          „Wir halten es für möglich, dass die Verhandlungen vorzeitig wieder aufgenommen werden müssen“, schrieben die Fachleute. Die EU hatte sich im Sommer nach monatelangem Streit auf einen Finanzrahmen bis 2020 geeinigt. Der Entscheidung vorausgegangen war in den vergangenen Monaten eine Herabstufung der Ratings von Frankreich, Italien, Spanien, Malta, Slowenien, Zypern und den Niederlanden.

          Die Gefahr, dass das Rating der EU bald wieder gesenkt werde, sei aber gering, befand S&P: Den Ausblick beurteilen sie als stabil. Die EU kann auf eigene Rechnung Kredite am Markt aufnehmen, gehört aber zu den kleinen Spielern am Anleihemarkt. Derzeit sind nach S&P-Berechnungen Anleihen im Volumen von 56 Milliarden Euro in Umlauf. Das Geld wurde überwiegend für Irland und Portugal benötigt.

          Großbritannien weiter mit „AAA“

          Standard & Poor’s sieht die Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien derweil überwiegend positiv, droht jedoch weiter mit einem Entzug der Top-Note. Wie S&P mitteilte, verfügt das Land weiter über die Bestnote „AAA“. Der Ausblick für das Rating ist aber negativ. Sollte sich herausstellen, dass der gegenwärtige Wachstumsschub nicht nachhaltig sei oder die Staatsverschuldung zu stark steige, könnte eine Abstufung erfolgen, schreiben die Bonitätsprüfer.

          Lobend hebt S&P indes die konjunkturelle Entwicklung in Großbritannien hervor, die sich in diesem Jahr stark beschleunigt hat. Allerdings gehe die Entwicklung zum Großteil auf den privaten Konsum und den Wohnungsbau zurück. Gewürdigt wird auch der eingeschlagene Sparkurs der Regierung sowie die geringere Verschuldung der privaten Haushalte und Unternehmen.

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