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Wegen Turbulenzen in China : Verschiebt Amerika die erste Zinserhöhung?

  • Aktualisiert am

Die Federal Reserve in Washington Bild: AFP

Bis vor kurzem galt als wahrscheinlich, dass die amerikanische Notenbank die Zinsen im September anhebt. Nun gibt es zunehmend Zweifel. Das hat mit China und dem Ölpreis zu tun.

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          Tut sie es nun oder doch wieder nicht? Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve bereitet sich und die Öffentlichkeit schon seit einiger Zeit darauf vor, zum ersten Mal seit Beginn der Finanzkrise die Zinsen wieder anzuheben, wenigstens ein bisschen. Denn die amerikanische Wirtschaft hat sich ordentlich erholt, die Arbeitslosenquote ist zurückgegangen auf zwischen fünf und sechs Prozent - ein Niveau, das in der größten Volkswirtschaft der Welt als akzeptabel gilt.

          Deswegen hatten die amerikanischen Währungshüter, die infolge der Krise viel beherzter die Wirtschaft unterstützten als zum Beispiel ihre Kollegen in der europäischen Währungsunion, ihre Geldpolitik im vergangenen Jahr langsam gestrafft. Sie ließen die Anleihekäufe auslaufen und begannen über Zinserhöhungen zu reden. Zuletzt ging die Mehrheit der Anleger davon aus, dass es in der kommenden Sitzung im September wohl soweit ist - und die Fed den Leitzins, der nahe null Prozent liegt, etwas anhebt.

          China und Öl

          Auszuschließen ist das nicht. Unwahrscheinlicher geworden schon, denken zumindest die Finanzmarkt-Teilnehmer. Nach Angaben des Finanzportals Bloomberg beträgt die „eingepreiste“ Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September mittlerweile nur noch 30 Prozent - bevor China unlängst seine Währung Yuan etwas abwertete lag sie noch über 50 Prozent. Gespiegelt hat sich diese geänderte Einschätzung beispielsweise auch am Montag darin, dass der Euro merkliche Kursgewinne erzielte und im Tagesverlauf sogar die Marke von 1,17 Dollar kurz überwand.

          Chinas Wechselkurs-Politik ist auch ein Grund, warum Amerikas Notenbanker nun vielleicht abermals von einer Zinserhöhung absehen. Denn der niedrigere Yuan macht chinesische Waren in den Vereinigten Staaten für sich genommen billiger und verringert also möglichen Preisdruck.

          Der (noch) niedrigere Ölpreis wirkt ebenfalls in diese Richtung. Zugleich liegt die Teuerungsrate in Amerika ohnehin noch immer unterhalb des Zielwertes von 2 Prozent, den die Fed mittelfristig anstrebt. Jon Hilsenrath, der gut informiert für das Wall Street Journal die Federel Reserve beobachtet, schreibt, dass Chinas Probleme “den bereits unspektakulären US-Ausblick zu untergraben drohen“.

          Und am Montagabend sagte der Dennis Lockhart, der Notenbankchef von Atlanta, dass die Fed vermutlich „irgendwann im Laufe dieses Jahres" beginnen werde, die Zinsen zu erhöhen. Insgesamt würden die Zinsen für einige Zeit eher niedrig bleiben. „Gegenwärtig machen es Entwicklungen wie die Aufwertung des Dollar, die Entwertung der chinesischen Währung und der weitere Ölpreisverfall schwierig, die Wirtschaftsentwicklung vorauszusagen", sagte er.

          Lockhart galt bislang als einer der Währungshüter, die damit rechnen, dass eine erste Zinserhöhung bereits während der Fed-Sitzung im kommenden Monat beschlossen wird. Vor zwei Wochen hatte er gesagt, der Zeitpunkt für steigende Zinsen sei nah. Seine Äußerungen an diesem Montag könnten allerdings darauf hindeuten, dass er von dieser Einschätzung abgerückt ist.

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