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Kommentar : Irexit nach Brexit?

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Noch haben die Briten nicht über ihren EU-Austritt abgestimmt, schon denken die Iren darüber nach. Die Begründung macht hellhörig.

          Vielleicht schon bald dürfen die Briten nach dem Wahlsieg des konservativen Premierministers David Cameron über den Verbleib des Königreichs in der EU abstimmen. Unter Londoner Bankern hat das schon zu Panikattacken geführt. Dort wird mit Fleiß die Furcht vor dem „Brexit“ geschürt, weil ohne die EU die britische Wirtschaft angeblich zusammenbrechen wird.

          Noch haben die Briten nicht für den Abschied aus der EU gestimmt. Doch schon denkt man in Irland über mögliche Folgen nach. Dann könnten die Iren in einem Referendum ihrerseits für einen „Irexit“ stimmen, sagt nun der oberste Unternehmenslobbyist der Grünen Insel. Hellhörig macht seine Begründung: Großbritannien könnte - befreit von den Regeln der EU - durch eine liberale Wirtschaftspolitik für große Konzerne so interessant werden, dass auch in Irland ansässige Großunternehmen dorthin auswandern dürften.

          Das ist das Gegenteil dessen, was die Berufseuropäer in London, Brüssel oder Berlin erzählen, wenn sie in düsteren Farben den drohenden Absturz nach einem Austritt malen. Diese Schwarzmalerei wird umso unglaubwürdiger, je mehr Brüssel auf zentrale Planwirtschaft setzt - und damit scheitert.

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