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„Flash Crash“ : Debakel für die Aufsicht

Fünf Jahre nachdem der Dow-Jones-Aktienindex in nur fünf Minuten 600 Punkte abstürzte, haben die Ermittler einen Verdächtigen verhaftet. Das ist beunruhigend: Bislang war nie die Rede von absichtlicher Manipulation.

          Die Nachricht von der Verhaftung eines Händlers in London, der mit computergesteuerten Aufträgen vor fünf Jahren Kurse manipuliert und den „Flash Crash“ an der Wall Street mit ausgelöst haben soll, sollte eigentlich ermutigen. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist ein krasses Beispiel dafür, wie schwierig den amerikanischen Börsenaufsehern die Kontrolle des Hochfrequenzhandels fällt.

          In dem langen Ermittlungsbericht der Aufseher war keine Rede von vorsätzlicher Manipulation. Dabei war der fragliche Händler an den Terminbörsen bekannt.

          Auf seine Fährte sind die Aufseher zudem nicht selbst gekommen. Ein anonymer Informant, der die Daten auf eigene Faust analysiert hatte, gab offenbar entscheidende Hinweise auf die betrügerischen Praktiken.

          Wenigstens wurde dem Informanten Gehör geschenkt. Das war nicht immer so, wie der Fall des Milliardenbetrügers Bernie Madoff belegt. Die Börsenaufsicht hat in den vergangenen Jahren technologisch aufgerüstet, um Milliarden Handelsdaten schneller analysieren zu können. Der jüngste Fall verstärkt allerdings den Eindruck, als kämen die Aufseher trotz alledem häufig einen Schritt zu spät.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

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