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Korruptionsaffäre : Vereinigte Staaten wollen Milliarde aus malaysischem Skandalfonds beschlagnahmen

  • Aktualisiert am

Amerikas Justizministerin Loretta Lynch Bild: AP

Verwandte und Vertraute des malaysischen Regierungschefs sollen mit unterschlagenen Geldern aus dem Fonds Luxuswohnungen in New York, Gemälde und Filmrechte gekauft haben. Jetzt will das amerikanische Justizministerium Vermögenswerte beschlagnahmen.

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          Die in Malaysia seit Monaten schwelende Korruptionsaffäre um Regierungschef Najib Razak hat die Vereinigten Staaten erreicht: Das amerikanische Justizministerium kündigte am Mittwoch die Beschlagnahme von Vermögenswerten in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar an, die vermutlich mit unterschlagenen Geldern aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB bezahlt wurden. Einzelheiten sollte demnach Justizministerin Loretta Lynch im Laufe des Tages bekanntgeben.

          Nach Informationen des „Wall Street Journal“ sollen Verwandte und Vertraute des malaysischen Regierungschefs mit unterschlagenen Geldern aus dem Fonds unter anderem Luxuswohnungen in New York, Gemälde von Van Gogh sowie die Rechte an Martin Scorseses Film „The Wolf of Wall Street“ gekauft haben. Die Milliarde Dollar ist jedoch nur ein Teil der vermutlich aus dem Staatsfonds abgezweigten Gelder.

          Malaysias Regierungschef Najib Razak

          Der Korruptionsskandal erschüttert seit Monaten die Regierung in Kuala Lumpur. Regierungschef Najib hatte 2009 einen staatlichen Fonds namens 1MDB (Malaysia Development Berhad) aufgelegt, der Modernisierungsprojekte im Land finanzieren sollte. Mindestens vier Milliarden Dollar verschwanden in dunklen Kanälen.

          Ein Teil fand sich auf Schweizer Konten und wurde mittlerweile eingefroren. Auch in Singapur wurden Vermögenswerte in mehrstelliger Millionenhöhe eingefroren. Juristisch belangt wurde bislang jedoch niemand der mutmaßlich ranghöheren Verantwortlichen.

          Das „Wall Street Journal“ hatte zudem im Juli 2015 enthüllt, dass Najib seit 2013 rund 681 Millionen Dollar (608 Millionen Euro) auf persönliche Konten überwiesen bekam. Später hieß es, das Geld stamme aus dem 1MDB-Fonds und könnte mehr als eine Milliarde Dollar umfassen. Dies wurde jedoch von dem Fonds dementiert.

          Najib räumte später die Zahlungen ein, sagte aber, das Geld sei ein Geschenk der saudiarabischen Königsfamilie. Der Regierungschef zahlte das meiste inzwischen zurück, Korruptionsvorwürfe und Rücktrittsforderungen wies er aber zurück.

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