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Vereinigte Staaten : Deutsche Bank warnt vor verzögertem Basel-III-Start

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Jürgen Fitschen, Deutsche-Bank-Co-Chef, warnt vor amerikanischen Verzögerungen Bild: dpa

Das Regelwerk Basel III soll ursprünglich 2013 in Kraft treten. Allerdings treten die Vereinigten Staaten auf die Bremse. Nun warnt Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen vor einer verzögerten Einführung der verschärften Kapitalregeln für Großbanken.

          Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen hat vor einer verzögerten Einführung der verschärften Kapitalregeln für Großbanken in den Vereinigten Staaten gewarnt. Dadurch könnten die transatlantischen Beziehungen leiden, sagte Fitschen am Donnerstag bei einer Abendveranstaltung in Frankfurt. Er könne nur alle Beteiligten aufrufen, so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um das Vertrauen wieder herzustellen. Das Regelwerk Basel III sollte ursprünglich zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

          Auch in der EU gibt es Probleme mit dem Zeitplan. Nur acht der 27 Mitgliedstaaten des Basler Bankenausschusses hatten Anfang November die endgültigen Regeln veröffentlicht. Es gebe eine große Wahrscheinlichkeit, dass nur sechs der 28 global als systemisch relevant eingestuften Banken den neuen Regulierungen von Beginn an unterlägen, warnte der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrats (FSB), Mark Carney, die Finanzminister und Notenbankgouverneure der G20-Staaten bei ihrem Treffen in Mexiko-Stadt. Carney ist auch Gouverneur der kanadischen Zentralbank.

          Auch die Vereinigten Staaten auf die Bremse: Die Notenbank Fed, der Einlagensicherungsfonds FDIC und die Bankenaufsichtsbehörde OCC erklärten jüngst, die neuen Vorschriften würden nicht zu Jahresbeginn in Kraft treten. Fitschen sagte weiter, er glaube fest an eine Lösung der Euro-Schuldenkrise.

          Allerdings müssten sich auch Nachbarländer wie Frankreich stärker reformieren und im Zweifel den Gürtel enger schnallen. Der französische Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault hat erst wenige Stunden zuvor in Berlin versucht, Zweifel am Reformwillen seiner sozialistischen Regierung zu zerstreuen.

          Nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte er, Frankreich wolle das vereinbarte Defizitziel von drei Prozent in 2013 einhalten und dennoch für mehr Wachstum sorgen.

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